Pension Management
20. Juli 2026

Das sind die beliebtesten Benefits in Deutschland

Die Betriebsrente steht bei den beliebtesten betrieblichen Benefits auf Platz eins. Das und mehr zeigt ein Umfrage von Allianz Pension Partners. Warum Arbeitgeber schon bei Werkstudenten mit den flexiblen Zusatzleistungen für sich werben und was das mit der eigenen Gesundheit zu tun hat.

Es gibt viele Gründe, weshalb Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter attraktiver werden und das auch bleiben müssen. Dazu zählen ein schrumpfender Arbeitsmarkt sowie die veränderten Erwartungen der jüngeren Generationen an das Arbeitsleben.

Um ihre Attraktivität zu steigern und im Rennen um Fachkräfte wettbewerbsfähig zu bleiben, setzen Unternehmen gezielt sogenannte Benefits ein. Die Angebote sind flexibel, und die Mitarbeiter können Leistungen individuell und je nach Bedarf entsprechend ihres Alters und ihrer Lebenssituation auswählen.

Benefits sind Bestandteile der Gesamtvergütung. Sie tragen nach Einschätzung des Strategieberaters Lurse „wesentlich dazu bei, die Wahrnehmung der Arbeitgeberattraktivität zu verstärken und gleichzeitig den unterschiedlichen Bedürfnissen der Generationen gerecht zu werden“. Zu Beginn dieses Jahres hatte die Lurse-Studie „Benefits und Employer Branding“ gezeigt, dass sich das Benefits-Angebot ausweitet. Es reicht inzwischen vom Ladeplatz fürs Elektroauto über ein Netflix-Abo bis hin zur Möglichkeit, im Auslands-Homeoffice zu arbeiten.

Denn viele Arbeitnehmer haben sich an die Annehmlichkeiten der „Heimarbeit“ gewöhnt. Der Wunsch, die Fachkräfte zurück in die Büros zu holen, veranlasst Unternehmen, vermehrt in die Ausstattung zu investieren und moderne Arbeitsplätze anzubieten. Der Trend geht außerdem zum Umzug in hochwertige Bürohäuser in zentralen Lagen in einer attraktiven Umgebung mit Restaurants und Cafés und was man sonst noch so zur Erholung nach einem langen Arbeitstag braucht.

Die Immobilien sind ausgestattet mit Features wie einem abgeschlossenen Raum für E-Bikes, Duschen für die Radler und schmucken Dachterrassen für die Kaffeepause. Aber das ist ein anderer Trend, der nur am Rande mit Benefits zu tun hat.

Report listet die beliebtesten Benefits auf

Eine aktuelle Umfrage von Allianz Pension Partners unter 1.000 Beschäftigten und mehr als 160 Unternehmen zeigt, dass die Betriebsrente bei den beliebtesten betrieblichen Benefits auf Platz eins steht. Für jeden zweiten Arbeitnehmer und für rund zwei Drittel der Arbeitgeber zähle die Betriebsrente zu den drei wichtigsten Zusatzleistungen eines Unternehmens, heißt es. Nachlesen lässt sich das im Benefits-Report von Allianz Pension Partners.

Auf dem zweiten Platz im Ranking landet für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer die flexible Arbeitszeitgestaltung: Gleitzeit oder Vertrauensarbeitszeit, mobiles Arbeiten und die Möglichkeit, die Arbeit in der Firma vor Ort mit Homeoffice zu kombinieren, bleiben laut dem Bericht „hoch attraktiv“. Idealerweise werde dies mit Zeitwertkonten und flexiblen Übergangsmöglichkeiten in den Ruhestand kombiniert, heißt es.

Die betriebliche Krankenversicherung beziehungsweise das betriebliche Gesundheitsmanagement gehören ebenfalls zu den drei beliebtesten Benefits. Für jeden vierten Beschäftigten und jedes vierte befragte Unternehmen seien auch diese Versicherungs- und Vorsorgeangebote Pflichtbestandteile eines schlagkräftigen Benefits-Pakets im Betrieb, so die Einschätzung der Allianz.

Die Betriebsrente bietet laut Dr. Heinke Conrads eine ideale Ergänzung der gesetzlichen Rente, weil hier Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam für ein zusätzliches Einkommen sorgen. Conrads verantwortet im Vorstand der Allianz Lebensversicherung das Firmenkundengeschäft. Sie sagt, die Betriebsrente stehe „zu Recht auf Platz 1 der Beliebtheitsskala und ist damit das wichtigste Element, wenn sich Arbeitgeber mit Zusatzleistungen als hoch attraktiv darstellen möchten“.

Für Rückenwind sorgt nun auch die Reform der geförderten privaten Altersvorsorge. Auch die anstehenden Reformen im Gesundheitssystem hätten die Aufmerksamkeit für eine zusätzliche Absicherung erhöht, so Conrads.

Die drei großen personalpolitischen Herausforderungen

Den Unternehmen, die mit Benefits bei ihren Angestellten punkten wollen, stehen laut Allianz Pension Partners vor drei großen personalpolitische Herausforderungen. Auf der einen Seite möchten sie weiterhin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sich gewinnen. Auf der anderen Seite wollen sie Krankenstände reduzieren und generell ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen.

87 Prozent der befragten Unternehmen spürten weiterhin den Fachkräftemangel – teils punktuell, teils flächendeckend, heißt es. Zwei Drittel (65 Prozent) nennen die Gewinnung neuer Mitarbeiter sogar als die größte personalpolitische Herausforderung.

Dabei geht es insbesondere um die Nachbesetzung der Baby-Boomer-Generation, also der Stellen von älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in den Ruhestand gehen. Laut dem Allianz-Bericht werden bis Ende des kommenden Jahrzehnts fast 14 Millionen Menschen das Rentenalter erreichen.

Unterdessen sehen mehr als die Hälfte (52 Prozent) der befragten Unternehmen aktuell eine Reduzierung des Krankenstandes als eine der entscheidenden Herausforderungen. Vier von zehn Befragten möchten generell ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen. Dabei gewinnen arbeitgeberfinanzierte Benefits an Bedeutung: 38 Prozent der Unternehmen planen, sich bei diesen Leistungen künftig strategisch besser aufzustellen als heute.

„Set it and forget it“ ist keine Lösung

Unternehmen, die ihr Benefits-Angebot einmal festgelegt haben, tun gut daran, die Leistungen laufend zu hinterfragen. „Set it and forget it“ sei keine Lösung, sondern laut WTW eine Strategie der Vergangenheit. Das Beratungshaus hält es für wichtig, die Wirkung einer Änderung am Benefits-Programm zu messen, Feedback einzuholen und das Employee-Benefits-Programm kontinuierlich anzupassen und zu verbessern.

Nur so sei sichergestellt, dass die Mitarbeiter-Benefits den Anforderungen einer sich ändernden Belegschaft entsprechen, lautet der Rat der Experten. Allerdings stellen entsprechende Benefits-Strategien für Unternehmen ein komplexes Thema dar. Bei der Implementierung gehe es laut WTW darum, viele Faktoren abzuwägen, wie zum Beispiel wettbewerbsfähiges Benefits-Design und die sogenannte Employee Experience. Aber auch die Kostenoptimierung spielt eine wichtige Rolle.

Was Firmen zu bieten haben

Es ist bereits angeklungen: Das Angebotsspektrum im Bereich der Benefits ist breit gefächert. Adressiert werden dabei aber nicht nur gestandene Fach- und Führungskräfte, sondern auch Einsteiger wie Werkstudenten.

Die Allianz Pension Partners GmbH etwa stellt Werkstudenten im Marketing am Standort München einen modernen Arbeitsplatz mit „Open Office“ bereit, wie eine Stellenausschreibung zeigt. Dass die Arbeitszeiten flexibel sind, versteht sich von selbst.

Und auch der Genuss wird an der Isar großgeschrieben. Werkstudenten können mit Studentenrabatt „in einer der besten Kantinen“ speisen und später in gemütlichen Barista-Bars „eine kreative Pause“ einlegen.

Auch bei der Meag am Standort München können sich angehende Werkstudenten auf erste Benefits freuen, die im Laufe der Karriere natürlich umfangreicher werden. Für den Anfang wirbt der Vermögensmanager der Munich Re immerhin mit seiner sehr guten Verkehrsanbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel, tollen Events, kostenlosem Mittagessen in seiner Kantine, kostenlosen Heißgetränken und Wasser sowie einer Tiefgarage mit E-Ladeinfrastruktur und „vielem mehr“.

Berufserfahrene, die sich für eine Festanstellung bei Pimco Prime Real Estate, dem Immobilienspezialisten unter dem Dach der Allianz, interessieren, werden mit zusätzlichen Benefits angesprochen: Die Klassiker sind in diesem Fall eine betriebliche Altersvorsorge, „Well-Being-Initiativen“, Sportangebote und weitere lokale Benefits. Sie sollen eine positive Work-Life-Balance ermöglichen.

Das Arbeitsmodell sieht einen Mix aus Remote Work und Büroarbeit vor – um „Ihre persönliche Arbeitsweise“ zu finden, wie es in der dazugehörigen Stellenausschreibung heißt. Als Benefit wird in diesem Fall auch das Thema „Lernen“ aufgelistet: „Ein breites Spektrum an Lernoptionen hilft Ihnen, in Ihrer Rolle stets auf dem neuesten Stand zu bleiben und auch zukünftige Anforderungen am Arbeitsplatz zu meistern.“ Ein freundlich gemeinter Hinweise, den man auch als Aufforderung interpretieren könnte.

Die wohl wichtigste Message in Sachen Benefits lautet: Bedenken Sie bei der Wahl Ihres Arbeitgebers nicht nur Ihre Gehaltsvorstellungen, den Arbeitsplatz an sich und die Betriebsrente, die in der Ferne auf Sie wartet, sondern ziehen Sie auch die Gesundheits-Benefits in den Entscheidungsprozess ein. Schließlich will man im Ruhestand die Früchte seiner Arbeit ernten.

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