Pension Management
26. Juli 2016

Dax-Pensionspläne spüren Marktturbulenzen

Die Marktturbulenzen infolge des Brexit und der Ausweitung des QE-Programms der EZB drücken auf die Anlagerenditen und Bilanzierung. Die Planvermögen sind stabil, halten aber mit den Verpflichtungen nicht mit.

Die Marktturbulenzen hinterlassen ihre Spuren in der Bilanzierung betrieblicher Pensionspläne. Wie Willis Towers Watson in einer Modellrechnung zeigt, stiegen die Pensionsverpflichtungen der Dax-Konzerne im zweiten Quartal 2016 um sieben Prozent auf 428,8 Milliarden Euro. Hingegen kletterte das Planvermögen leicht um 0,4 Prozent auf 237,0 Milliarden Euro. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt Willis Towers Watson in seiner Hochrechnung für Pensionsverpflichtungen der M-Dax-Unternehmen. Diese kletterten von April bis Juni um 6,9 Prozent auf 67,1 Milliarden Euro. Das Planvermögen blieb stabil bei 27,8 Milliarden Euro. 
Grund für diesen deutlichen Anstieg war der Verfall des Rechnungszinses. Dieser war im zweiten Quartal um 42 Basispunkte auf 1,70 Prozent eingebrochen, nachdem schon im ersten Quartal ein Rückgang um 38 Basispunkte auf 2,12 Prozent zu verzeichnen war. „Diese Talfahrt lässt sich zum einen auf die Leitzinspolitik der Europäischen Zentralbank und der US Federal Reserve und zum anderen auf eine gestiegene Nachfrage nach sicheren Anlagen zurückführen. So wurden im März die Leitzinsen im Euroraum gesenkt und in den USA – anders als erwartet – nicht erhöht. Die Ausweitung des Quantitative-Easing-Programms der EZB sowie die Marktturbulenzen in Folge des Brexit ließen die Nachfrage nach den für die Zinsfestsetzung maßgeblichen AA-Anleihen steigen. In der Folge reduzierten sich ihre Renditen und damit der anzusetzende Rechnungszins weiter“, erklärte Dr. Thomas Jasper, Leader Retirement Western Europe von Willis Towers Watson. „Dadurch stieg der in den Bilanzen anzusetzende Verpflichtungsumfang für die betriebliche Altersversorgung – er folgt gemäß der Rechnungslegungsvorschriften unmittelbar der Volatilität des Zinsumfelds“, fügte er hinzu.
Wie Willis Towers Watson feststellte, hat die unterschiedliche Entwicklung der Pensionsverpflichtungen und des Planvermögens im zweiten Quartal zu einem deutlich geringeren Ausfinanzierungsgrad geführt. Laut den Modellrechnungen erreichten die Planvermögen im Dax Ende Juni einen Ausfinanzierungsgrad von nur 55,3 Prozent – ein Rückgang um weitere 3,5 Prozentpunkte gegenüber Ende März. Bei den M-Dax-Planvermögen fiel das Minus mit 2,7 Prozentpunkten auf 41,5 Prozent etwas moderater aus.
Die German Pension Finance Watch von Willis Towers Watson stellt die Auswirkungen der Kapitalmarktentwicklungen auf deutsche Benchmark-Pensionspläne dar. Verglichen wird ein Musterplan, der Ende 2003 vollständig ausfinanziert war (100-Prozent-Plan) und laufend in Höhe der neu erdienten Ansprüche dotiert wird mit einem für ein Dax- beziehungsweise M-Dax-Unternehmen typischen Pensionsplan.
portfolio institutionell newsflash 26.07.2016/Kerstin Bendix
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