Advertorial
22. Oktober 2026

Banjamin Walter, Lead Portfolio Manager, Infrastructure Debt, Allianz Global Investors

Hitzewellen können Straßenbeläge aufbrechen lassen, Gleisanlagen beschädigen und den Verkehr beeinträchtigen. Die wachsende Belastung macht es noch deutlicher: Der Transport- und Verkehrssektor steht vor einem erheblichen Modernisierungsbedarf. Denn ein großer Teil der bestehenden Infrastruktur wurde in den 1960er- und 1970er-Jahren errichtet und nähert sich mittlerweile dem Ende seiner ursprünglichen Lebensdauer. Brücken, Tunnel und Verkehrswege weisen zunehmende Verschleißerscheinungen auf und müssen in den kommenden Jahren umfassend saniert, modernisiert oder ersetzt werden. Entsprechend groß ist der Investitionsbedarf.

Die Relevanz des Transportsektors geht dabei weit über die reine Beförderung von Menschen und Gütern hinaus: weltweit ist der Verkehr für 22% aller CO2-Emissionen verantwortlich.[1] Neben der Modernisierung der bestehenden Verkehrsinfrastruktur bleibt die Dekarbonisierung des Transportsektors daher eine zentrale Herausforderung auf dem Weg zur Klimaneutralität. Primär geht es darum, fossile Energieträger schrittweise durch emissionsärmere Alternativen wie erneuerbaren Strom und grüne Gase zu ersetzen. Die Transformation umfasst dabei weit mehr als den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs oder die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen. Sie führt zugleich zu einem deutlich steigenden Bedarf an elektrischer Energie. Um diese zusätzliche Nachfrage zuverlässig und nachhaltig decken zu können, braucht es umfangreiche Investitionen in eine zukunftsfähige Energieinfrastruktur. Dazu gehören der Ausbau erneuerbarer Energiequellen, die Entwicklung einer leistungsfähigen Wasserstoffwirtschaft, moderne Speichertechnologien sowie robuste und intelligente Stromnetze, die Erzeugung, Speicherung und Verbrauch effizient miteinander verbinden.

Auch privates Kapital, etwa von der Allianz und anderen institutionellen Anlegern, kann dazu beitragen, entsprechende Projekte auf den Weg zu bringen. So sind seit Ende 2024 in Schleswig-Holstein die weltweit ersten Akkuzüge im regulären Linienbetrieb im Einsatz. Diese batterieelektrischen Triebzüge ersetzen die zuvor eingesetzten Dieselzüge, die dort mangels Elektrifizierung bislang eingesetzt waren. Jährlich können so zehn Millionen Liter Diesel und rund 26.000 Tonnen CO2 eingespart werden.[2]

Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist Voraussetzung für wirtschaftliche Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit. Gerade in Zeiten eines schwächeren konjunkturellen Umfelds gewinnt sie an Bedeutung, da sie den reibungslosen Austausch von Waren, Dienstleistungen und Arbeitskräften ermöglicht. Deutschland verfügt mit dem zweitgrößten Autobahnnetz und dem größten Schienennetz Europas über eine beeindruckende Verkehrsinfrastruktur.[3] Diese ist nicht nur für die Wirtschaft essenziell, sondern gewinnt angesichts der Rolle Deutschlands als zentrales logistisches Drehkreuz Europas auch für die strategische Mobilität und Verteidigungsfähigkeit zunehmend an Bedeutung.

Allerdings beläuft sich laut einer aktuellen Studie der Investitionsbedarf im Verkehrssektor allein bis 2030 auf rund 372 Milliarden Euro.[4] Der Handlungsdruck ist groß: Zu oft scheitert eine schnelle Umsetzung an langwierigen Genehmigungsverfahren und bürokratisch aufwendigen Beschaffungsprozessen.

Daher wird die Bereitstellung von Kapital allein nicht ausreichen, um die anstehenden Herausforderungen zu bewältigen. Ebenso wichtig sind verlässliche und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen. Dazu zählen insbesondere beschleunigte Genehmigungs- und Planungsverfahren sowie effizientere administrative Prozesse. Denn selbst dort, wo ausreichend Kapital vorhanden ist, können langwierige Verfahren dringend benötigte Projekte über Jahre verzögern. Um den erheblichen Investitionsstau im Transport- und Verkehrssektor wirksam abzubauen, müssen daher Investitionen und Reformen Hand in Hand gehen.

Eines ist klar: Der Modernisierungsbedarf im deutschen Verkehrssektor ist enorm und lässt sich nicht allein durch öffentliche Haushalte finanzieren. Um die erforderlichen Investitionen zu mobilisieren, braucht es ein Zusammenspiel von staatlichem Engagement und privatem Kapital – institutionelle Investoren können dabei eine wichtige Rolle übernehmen. Entscheidend ist, die notwendigen Mittel mit einer beschleunigten Umsetzung von Projekten zu verbinden. Denn die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland hängt nicht zuletzt von einer leistungsfähigen, nachhaltigen und modernen Verkehrsinfrastruktur ab. Jetzt gilt es, die Weic

[1] Emissionen des Verkehrs | Umweltbundesamt

[2] Alle Akkuzüge im Einsatz | Akkuzug

[3] Verkehrsinfrastruktur – Rückgrat der Wirtschaft in Deutschland | Statista

[4] Studie zu Investitionsbedarfen im Verkehrssystem | DStGB

 

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