Traditionelle Anlagen
24. September 2014

Deutliche Mittelzuflüsse in Absolute Return

Rund 20 Milliarden Euro sind in den ersten sechs Monaten in Absolute-Return-Konzepte geflossen. Die Mehrheit hält ihr Produktversprechen, es bestehen aber große Qualitätsunterschiede in der Absolute-Return-Welt. Gebühren belasten die Performance, so eine neue Studie von Lupus Alpha.

In der Welt des Absolute Returns hat sich die Produktbereinigung, die im vergangenen Jahr zu beobachten war, deutlich verlangsamt. Nachdem 2013 netto 114 Produkte vom Markt verschwanden, waren es im ersten Halbjahr dieses Jahres nur neun. Die Zahl der bei Lipper gelisteten Fondskonzepte mit einem Absolute-Return-Ansatz betrug zum 30. Juni insgesamt 496. Zeitgleich ist das Marktvolumen weiter gestiegen. Im Vergleich zum 31. Dezember 2013 ist das Marktvolumen in den ersten sechs Monaten um 16 Prozent von 125,4 auf 145,6 Milliarden Euro gestiegen. Der Gesamtzuwachs von 20,2 Milliarden Euro verteilt sich zu 85 Prozent auf Mittelzuflüsse und zu 15 Prozent auf die Performance-Entwicklung. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie von Lupus Alpha, die halbjährlich durchgeführt wird und auf den Daten des Fondsanalysehauses Lipper basiert. „Das anhaltende Niedrigzinsumfeld führt dazu, dass die Nachfrage nach alternativen Investments und Absolute-Return-Produkten bei institutionellen Investoren weiter zunimmt. Das ist ein klarer Trend“, erklärte Ralf Lochmüller, Managing Partner und Sprecher von Lupus Alpha.
Wie aus der Studie weiter hervorgeht, halten die Absolute-Return-Fonds mehrheitlich ihr Produktversprechen. 86 Prozent der 174 Absolute-Return-Fonds, die über einen Fünf-Jahres-Track-Record verfügen, erzielten eine positive Performance. Im Durchschnitt lag diese bei 3,63 Prozent pro Jahr und damit auf einem ähnlichen Niveau wie im vergangenen Jahr (3,65 Prozent). Eine Rendite über dem Geldmarkt erzielten 77 Prozent der untersuchten Fonds. Zum Vergleich: 2013 waren es 78 Prozent, 2012 schaffte das nur etwa ein Drittel der Produkte. In diesem Zusammenhang soll jedoch nicht verschwiegen werden, dass zwischen den einzelnen Fonds nach wie vor deutliche Qualitätsunterschiede bestehen. Dies zeigt die große Streuung der Sharpe Ratios von -1,33 bis zu 3,37. Auch beim Maximum Drawdown sind große Unterschiede zwischen den Fonds zu beobachten, die Spanne reicht von -0,31 bis -39,98 Prozent. Die durchschnittliche Maximum Drawdown über fünf Jahre lag bei -10,33 Prozent. 
Dieselben Qualitätsunterschiede zeigen sich auch bei den jüngeren Fonds. Mehr als 83 Prozent der 347 untersuchten Fonds mit Drei-Jahres-Track-Record erzielten zwar eine absolut positive Rendite. Im Durchschnitt lag diese bei 3,07 Prozent pro Jahr, nachdem es Ende 2013 nur 1,59 Prozent waren. Und auch der Anteil der Fonds, die eine Rendite über dem Geldmarkt schafften, ist größer geworden. Auf Sicht von drei Jahren erreichten drei Viertel der Fonds eine positive Sharpe Ratio. Die Streuung zwischen den einzelnen Fonds ist jedoch weiterhin hoch. Die Range reicht von -3,00 bis 3,67. Ein ähnliches Bild ergibt sich beim Blick auf die Maximum Drawdowns. Die Spanne reicht von -0,27 bis -37,7 Prozent. 
Mit dem Alter wird’s besser  
Eine weitere Erkenntnis der Studie: Die älteren Fonds hatten niedrigere Maximalverluste als Produkte jüngeren Alters. Fonds mit einem Track Record von null bis drei Jahren beziehungsweise drei bis fünf Jahren wiesen in den vergangenen zwölf Monaten im Schnitt Maximalverluste von -4,34 beziehungsweise -4,31 Prozent auf. Mit durchschnittlich -2,38 Prozent hatten Produkte mit einem Track Record von mehr als fünf Jahren den niedrigsten Maximalverlust. 
Das Absolute-Return-Segment ist also alles andere als eine homogene Asset-Klasse. Bei der Selektion der Fonds kann deshalb ein Blick in die Vergangenheit nicht schaden. Denn wie Lupus Alpha in ihrer Studie feststellt, weisen Fonds, die 2013 im untersten Drawdown-Terzil rangierten, auch in den ersten sechs Monaten 2014 mit durchschnittlich -5,18 Prozent einen erneut hohen Year-to-Date-Drawdown auf. Umgekehrt erzielten Fonds, die sich 2013 im oberen Drawdown-Terzil einordneten, auch im ersten Halbjahr 2013 niedrige Drawdowns von -2,27 Prozent.  
In Sachen Gebühren hat sich unterdessen nichts getan. Die Gebührenbelastung bleibt auf gleichbleibend hohem Niveau. Im Schnitt beträgt die Total Expense Ratio 1,76 Prozent, nachdem es Ende Dezember vergangenen Jahres 1,75 Prozent waren.  
portfolio institutionell newsflash 24.09.2014/Kerstin Bendix
Autoren:

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.