Die Allianz dockt am Netzbetreiber Amprion an

Strommasten werden fachsprachlich als Freileitungsmasten bezeichnet. Sie sind Teil einer Freileitung oder Überlandleitung, die elektrische Energie über weite Strecken transportiert.
Allianz und Talanx gehen eine Partnerschaft ein, um in den Ausbau des zweitgrößten Stromnetzes Deutschlands zu investieren. Dreh- und Angelpunkt ist die M 31 Beteiligungsgesellschaft.
Amprion, der Betreiber von Deutschlands zweitgrößtem Stromübertragungsnetz, bleibt in den Schlagzeilen. Wie nun bekannt wurde, hat Allianz Global Investor im Namen von Allianz-Versicherungsgesellschaften und des Allianz European Infrastructure Fund II eine Vereinbarung über den Erwerb eines mittelbaren Anteils der Talanx an Amprion getroffen.
Talanx ist einer der Investoren der M 31 Beteiligungsgesellschaft, die insgesamt 74,9 Prozent an Amprion hält. Der Rest liegt bei der RWE Alkaios Holding GmbH, einem Gemeinschaftsunternehmen, das 2025 gegründet wurde, nachdem der deutsche Energiekonzern RWE einen Teil seiner Amprion-Anteile an Apollo Global Management verkauft hatte.
Allianz und Talanx planen im Rahmen dieser Partnerschaft in den nächsten Jahren erhebliche Mittel in den Ausbau des zweitgrößten Stromnetzes Deutschlands zu investieren. Den Angaben zufolge handelt es sich um das erste direkte Eigenkapitalinvestment der Allianz in ein deutsches Stromnetz.
Amprion ist ein Übertragungsnetzbetreiber, dessen Höchstspannungsnetz sich über 11.000 Kilometer erstreckt und Strom für etwa 29 Millionen Menschen in Deutschland liefert. In den nächsten Jahren seien hohe Investitionen nötig, um insgesamt 9.300 Kilometer Stromleitungen zu errichten oder auszubauen.
Der Finanzierungsbedarf wird auf weitere Schultern verteilt
„Langfristige Infrastrukturinvestitionen sind ein wesentlicher Baustein unserer Anlagestrategie“, sagt Mario Skoric, Chief Executive Officer bei Allianz Investment Management. „Gerade im Zuge der Energiewende gewinnen Stromnetze als Rückgrat eines dekarbonisierten Energiesystems weiter an Bedeutung. Wir freuen uns daher sehr über unsere erste Eigenkapitaldirektinvestition in ein deutsches Stromnetz.“
Nach Einschätzung von Dr. Thomas Mann, Chief Investment Officer der Ampega Asset Management GmbH, bündeln mit dieser Transaktion zwei etablierte Infrastruktur-Partner aus dem deutschen Versicherungsmarkt im Rahmen einer Investorenvereinbarung ihr Know-how im Bereich Stromnetze. Die Amprion habe sich seit 2011 als erfolgreiches und stabiles Investment im Infrastrukturportfolio der Talanx-Versicherungsgruppe bewährt.
„Den langfristigen Wachstumspfad der Amprion werden wir in den nächsten Jahren im Vertrauen auf weiterhin attraktive Renditen mit zusätzlichen Investitionen und unserem Netzwerk begleiten, so dass die dauerhafte Finanzierung der Amprion langfristig gesichert bleibt“, so Mann. Die Ampega-Gesellschaften sind der Vermögensverwalter der Talanx-Gruppe.
Im Februar 2026 hatten wir berichtet, dass die in der M 31 Beteiligungsgesellschaft mbH & Co. Energie KG (M 31) versammelten Haupteigentümer von Amprion erwägen, Anteile an neue Investoren zu verkaufen. Amprion, im Jahr 2003 als RWE Transportnetz Strom GmbH innerhalb des RWE-Konzerns gegründet, will nach eigenen Angaben bis 2029 rund 36,4 Milliarden Euro in den Ausbau investieren.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Erneuerbare Energien / Renewables
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