Versicherungen
28. Oktober 2015

Die besten Lebensversicherer

Zwei neue Ratings haben die besten Lebensversicherer gekürt. Bewertet wurde bisher vorwiegend auf Basis von Garantieprodukten. Der Ausstieg großer Versicherer aus diesem Segment bringt die bisherige Rating-Systematik an ihre Grenzen. Darauf haben Map-Report und Morgen & Morgen reagiert.

Ende September erschien das neue Lebensversicherungs-Rating der Map-Report-Redaktion, die seit dem Tod von Manfred Poweleit im Versicherungsjournal-Verlag beheimatet ist. Nachdem das Beurteilungs-Raster seit dem Jahr 2002 praktisch unverändert erschien, passte die Redaktion jetzt die Bewertung an. Die Schwierigkeit: ein auf Langfristigkeit ausgelegtes Rating neu auszurichten, wenn es kaum langfristige Daten für einen Vergleich gibt. 
Die Kapital-Lebensversicherung (KLV) ist eines der wenigen Produkte, für das Werte über einen Zeitraum von 30 Jahren zur Verfügung stehen. Bei Rententarifen sieht es anders aus. Über einen Zeitraum von zwölf Jahren lassen sich noch Daten eruieren. Bei 20 Jahren wird die Datenbasis bereits deutlich dünner und vor 30 Jahren hatten nur sehr wenige Gesellschaften Rentenversicherung überhaupt im Programm. „Die inhaltliche Überarbeitung des Lebensversicherungs-Ratings ist dabei ein Prozess, der einige Zeit beanspruchen wird“, sagt Chefredakteur Reinhard Klages.
Die Rentenversicherung spielte im Rating bisher mit maximal sechs Punkten eine untergeordnete Rolle. Wird berücksichtigt, dass Renten sowohl im Neugeschäft (30 Prozent) und im Bestand (28 Prozent) den Löwenanteil ausmachen, erscheint die jetzt geänderte höhere Gewichtung mehr als plausibel. Ebenfalls erstmalig in der Bewertung werden deshalb die Kapitalabfindungen und Beitragsrenditen aus aufgeschobenen Rentenversicherungen nach zwölf- und 20-jähriger Laufzeit berücksichtigt und mit jeweils drei Punkten bewertet.
Ergebnis des Langfrist-Ratings von Map-Report für Gesellschaften, die mindestens seit 30 Jahren am Markt tätig sind: Neben Seriensieger Debeka erzielten auch diese Gesellschaften ein ausgezeichnetes Rating: Europa, Huk-Coburg, Cosmos, DEVK Deutsche Eisenbahn a.G., Allianz und Hannoversche (siehe Grafik).  
Das unabhängige Analysehaus Morgen & Morgen legte am 22. Oktober sein diesjähriges Rating der LV-Unternehmen vor. Es bewertet, wie sich eine Gesellschaft langfristig am Markt behauptet. Es werden Aussagen über Kosten, Sicherheitspolster, Erträge sowie die Marktstellung getroffen. Im diesjährigen Rating erreichen sieben Versicherer eine ausgezeichnete Bewertung mit fünf Sternen: Allianz, Alte Leipziger, Debeka, Europa, Hannoversche, R+V und Stuttgarter. 18 Gesellschaften erhalten eine sehr gute Bewertung.
Ein zusätzlicher Belastungstest ergab, dass die Branche insgesamt stabile Werte aufweist. Die Kapitalmarktsituation ist dennoch kritisch. Deutlich zu spüren bekommen dies die Lebensversicherer durch die mehr Aufwand für die Zinszusatzreserve. Damit soll langfristig die Lücke zwischen den zugesagten Garantien und den real am Markt erzielbaren Zinsen geschlossen werden. Hiervon sind die Versicherungsgesellschaften in unterschiedlicher Höhe betroffen. Die Zinszusatzreserve ist im letzten Jahr um 60 Prozent auf rund 20 Milliarden Euro gestiegen. „Sie wird auch in den nächsten Jahren an Gewichtung zunehmen und das Geschäft stark beeinflussen“, prognostiziert Geschäftsführer Peter Schneider. Der Ausweg trage den Namen „neue Garantie“: Die Branche reagiert mit neuartigen Garantieprodukten wie Indexpolicen.
Weiterführende Links: 
Ergebnisse Langfrist-Map-Report 
Ergebnisse Kurzfrist-Map-Report
Ergebnisse Morgen & Morgen-LV-Unternehmensrating
portfolio institutionell newsflash 28.10.2015/Detlef Pohl
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