Alternative Anlagen
8. Mai 2026

Die drei „E“s von Private Equity: Exits, Evergreens und Equivalents

Private-Equity-Fonds sitzen auf tausenden Unternehmens-Beteiligungen, während die Haltedauern steigen und Ausschüttungen stagnieren. Wie GPs darauf reagieren, welche Folgen das für Anleger hat und worauf sie beim Benchmarking achten sollten, analysieren drei Fachleute in unserer Private-Markets-Rubrik.

Die Manager von Private-Equity-Fonds sitzen auf hohen Altbeständen. Angesichts aufgeschobener Unternehmensverkäufe kam es zu einem „Exit-Stau“, der auf der einen Seite die Mittelaufnahme der Fondsgesellschaften erschwert. Auf der anderen Seite warten Anleger auf die Rückflüsse aus früheren Investments.

Dieses Thema und noch mehr steht im Mai 2026 im Mittelpunkt unserer Private-Markets-Rubrik. Darin melden sich dieses Mal Detlef Mackewicz (Mackewicz & Partner), Marc Staub (PPCmetrics) sowie Philippe Roesch (RIAM Alternative Investments) zu Wort.

Der Exit-Stau und seine Folgen

Private-Equity-Fonds sitzen nach Angaben von Detlef Mackewicz nach wie vor auf tausenden Unternehmens-Beteiligungen, während die Haltedauern steigen und Ausschüttungen stagnieren. „Auf den Exit-Stau reagieren die selten um Lösungen verlegenen Manager mit Ausweichmechanismen“, schreibt er. Continuation Funds und Secondaries machen inzwischen einen relevanten Exit-Anteil aus, so der Fachmann. Diese „internen Verkäufe“ lösen jedoch das Grundproblem nicht: Es fehlt an echten Käufern.

General Partners nutzen zunehmend Continuation Vehicles (CVs), um Liquidität zu schaffen und gleichzeitig Kontrolle zu behalten. Daraus weist Philippe Roesch hin. „Rund ein Viertel der GPs setzte in den letzten zwei Jahren solche Strukturen ein, fast die Hälfte plant dies künftig. Trotz starken Wachstums machen CVs jedoch weniger als zehn Prozent des Exit-Volumens aus und werden von LPs eher zurückhaltend bewertet.“

Performancemessung von Private Equity

Investoren erwarten aufgrund der Illiquidität von Private Equity höhere Erträge als bei Aktien, wie Marc Staub in seinem Gastbeitrag hervorhebt. Ob dieses Ziel erreicht wird, lässt sich anhand eines Vergleichs mit dem verfügbaren Anlageuniversum (Benchmarking) beurteilen. „Geeignete Benchmarks sollten transparent, investierbar, messbar und repräsentativ sein. Für Aktien etablierten sich breite Marktindizes. Die Performancemessung von Private Equity ist jedoch aufgrund der Investitionen und Rückflüsse über mehrere Jahre sowie fehlender Börsenkurse erschwert.“

Vor diesem Hintergrund stellt Marc Staub die Kennzahl des Public Market Equivalent (PME) zur Messung der Anlageleistung vor. Dabei wird berechnet, wie sich die tatsächlichen Einzahlungen entwickelt hätten, wenn sie stattdessen in den Aktienmarkt investiert worden wären.

Die vollständigen Beiträge der Gastautoren haben wir hier für Sie bereitgestellt.

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