Stiftungen
8. Juni 2020

„Diversifikation zahlt sich gerade jetzt aus“

RAG-Stiftung zufrieden mit 2019, aber nicht mit HGB. Stiftungsvermögen bei knapp 19 Milliarden Euro.

In der vergangenen Woche hat die RAG-Stiftung die Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 vorgelegt. Die wichtigste Botschaft des Vorstands: Im ersten Jahr, in dem die Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau zu stemmen war, hat das Stiftungsmodell zur Finanzierung der Ewigkeitsaufgaben aus dem deutschen Steinkohlenbergbau wie erwartet funktioniert.

Auch in der Corona-Krise halte die Stiftung Kurs. Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG-Stiftung: „Die RAG-Stiftung ist auch in der Corona-Krise robust und krisensicher aufgestellt. Die Auswirkungen auf unsere Kapitalanlage waren und sind beherrschbar. Die Diversifikation unseres Portfolios zahlt sich gerade jetzt aus.“

Das Stiftungsvermögen lag Ende 2019 bei 18,7 Milliarden Euro. 2019 investierte die Stiftung weitere 1,2 Milliarden Euro und bis April 2020 zusätzlich über 650 Millionen Euro in global diversifizierte Asset-Klassen. In diesem Jahr hat die Stiftung beispielsweise zusammen mit Advent und Cinven das Aufzuggeschäft von Thyssen-Krupp übernommen. Ein weiterer Deal war der Kauf der Essener Immobilie Colosseum.

Kritik an HGB

Großen Verbesserungsbedarf sieht der Vorstand der Stiftung bei den Vorgaben aus dem HGB zur bilanziellen Abbildung langlaufender Verpflichtungen. Hiervon ist auch die RAG und folglich die RAG-Stiftung über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag real betroffen, weshalb sich der Stiftungsvorstand für eine Regelung mit Festzinssatz und damit für mehr Kalkulierbarkeit und Ergebnisentlastung ausspricht. Dies würde allen HGB bilanzierten Unternehmen auch in der aktuellen Krise helfen.

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