Durchstarten mit dem Atomfonds

Der Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung wurde 2017 als öffentlich-rechtliche Stiftung vom Bund ins Leben gerufen. Derzeit sucht der sogenannte Atomfonds einen Mitarbeiter für die Asset Allocation. Bild: Pexels.
Eine Stelle mit großer Verantwortung wird derzeit beim Atomfonds in Berlin ausgeschrieben. Wir nennen die Details und erklären Zusammenhänge zum Arbeitsalltag.
Die Kapitalanleger des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (Kenfo) haben in den vergangenen Jahren ganze Arbeit geleistet. Sein Anlagevermögen von ursprünglich 24,1 Milliarden (2017) beträgt inzwischen rund 28 Milliarden Euro (Stand: 30. Juni 2026). Damit steuern die Berliner weiter zielstrebig auf die 30-Milliarden-Euro-Marke zu – und das trotz der Rückschläge im Jahr 2022, als das investierte Kapital um 13,1 Prozent abgeschmolzen war.
Im Zeitraum von 2023 bis 2025 erzielte der „Atomfonds“ auf das investierte Kapital eine durchschnittliche Rendite von 9,2 Prozent. Mit diesen starken Zahlen im Gepäck sucht die größte öffentlich-rechtliche Stiftung in Deutschland nun einen neuen Mitarbeiter in Festanstellung, genauer gesagt einen „Asset Allocation Manager/-in (m/w/d)“, wie es in der Stellenausschreibung heißt.
Ein anspruchsvoller Arbeitsplatz in einem kleinen Team
Das Arbeitsumfeld im Bereich Asset Allocation gehört zum Ressort des Chief Investment Officers und besteht aus vier Mitarbeitenden inklusive der Leitung, an die der gesuchte Mitarbeiter für die ausgeschriebene Stelle berichtet. Der Bereich ist für die Gesamtportfoliosteuerung des Atomfonds verantwortlich. Hierzu gehört die Portfolioallokation über den langfristigen Anlagehorizont im Rahmen der Strategischen Asset Allocation (SAA).
Hinzu kommt die laufende Anpassung der Portfoliopositionierung auf Basis einer mittelfristigen beziehungsweise zyklischen Anlageperspektive, wie es in der Ausschreibung heißt. Der Bereich arbeitet den Angaben zufolge eng mit dem Bereich Investment Management zusammen, der unter anderem die Asset-Manager-Selektion verantwortet.
Um diese Aufgaben geht es
Der gesuchte Mitarbeiter soll mittel- und langfristige Marktentwicklungen analysieren und daraus Erwartungen für das Rendite- und Risikoprofil vor allem von Asset-Klassen aber gegebenenfalls auch auf Sektorenebene ableiten. Auch Ad-hoc-Analysen und Szenarien zu aktuellen Marktthemen stehen auf der Tagesordnung.
Eine weitere Aufgabe besteht darin, den Rahmen für die mittelfristige Anpassung der Portfoliopositionierung weiterzuentwickeln. Auf dieser Basis geht es darum, konkrete Ideen für die Positionierung des Portfolios vorzuschlagen. Das betrifft insbesondere die Über- oder Untergewichtung von Asset-Klassen – durch Anpassungen von Benchmarks oder die Aufnahme von bislang nicht investierten Marktsegmenten.
Außerdem erwartet der Arbeitgeber, dass der angehende Asset Allocation Manager Kapitalmarktmodelle als Entscheidungsgrundlage für die Steuerung der Strategischen und der Dynamischen Asset-Allokation entwickelt und aktualisiert.
Was der Arbeitgeber voraussetzt
Wer sich für diesen Arbeitsplatz interessiert, muss ein erfolgreich abgeschlossenes Hochschulstudium (Diplom/Master) in Wirtschaftswissenschaften, Mathematik, Ingenieur- oder Naturwissenschaften vorweisen können – idealerweise mit einer wirtschaftswissenschaftlichen Zusatzqualifikation wie dem CFA.
Erwartet werden außerdem mindestens fünf Jahre Berufserfahrung im Bereich Asset Allocation, Multi-Asset, Investment Strategie oder Research – zum Beispiel bei einem institutionellen Kapitalanleger oder im Investment Banking. Gefragt ist ferner eine nachgewiesene Erfahrung in der fundamentalen Analyse gängiger Asset-Klassen beziehungsweise von makro- wie mikroökonomischen Treibern der breiten Kapitalmarktentwicklung.
Die vollständige Stellenausschreibung stellt der Atomfonds hier bereit.
Übrigens: Die Investments des Atomfonds sind weltweit diversifiziert, langfristig ausgerichtet und konsequent an ESG-Kriterien orientiert. Am Ende des vergangenen Jahres dominierten Aktien den Anlagebestand mit einem Anteil von 41,0 Prozent, gefolgt von Anleihen mit 39,4 Prozent und nicht-börsennotierten Anlagen mit 14,3 Prozent.
Langfristig werden sich die Gewichte aber noch verschieben. Denn der Kenfo stockt sukzessive die nicht-börsennotierten Anlagen (wie zum Beispiel Private Equity) auf. Die dafür vorgesehene Zielquote steht bei 29 Prozent. Im Gegensatz dazu werden die Aktien von ihrer derzeitigen Quote perspektivisch deutlich sinken. Die Zielquote liegt bei 31,5 Prozent – als knapp zehn Punkte unter dem gegenwärtigen Niveau.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Stellenausschreibung
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