DWS kauft den Immobilienspezialisten Peakside
Der deutsche Immobilienmarkt macht derzeit besonders viele Schlagzeilen. Die Expo Real startet, es gibt frische Quartalszahlen und Übernahmepläne der DWS.
Die DWS steht vor der Komplettübernahme des Schweizer Immobilien-Asset-Managers Peakside Capital Advisors AG (Peakside). Verkäufer ist ein Aktionärskreis unter Führung der Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter Stefan Aumann und Boris Schran. Das gab der Vermögensverwalter der Deutschen Bank heute bekannt.
Der Fokus von Peakside liegt auf Value-Add- und opportunistischen Anlagen in Deutschland sowie Mittel- und Osteuropa. Immobilien, die in diese beiden Risikoklassen fallen, sind risikoreicher als die klassischen Core-Objekte. Peakside verfüge über Expertise in den Immobiliensegmenten Büro, Einzelhandel, Logistik und Wohnen und verwaltet vorwiegend für institutionelle Investoren ein Vermögen von mehr als 1,7 Milliarden Euro.
DWS-Chef Hoops spricht von attraktiver Anlageklasse
Mit dem Zukauf will die DWS ihre Alternatives-Plattform stärken. Wie es heißt, soll das von Clemens Schäfer geleitete europäische Immobiliengeschäft erweitert werden.
Die derzeitigen Eigentümer von Peakside, Stefan Aumann, Boris Schran und Simon Lutz, werden ebenso wie die weiteren Mitglieder des Senior-Management-Teams von Peakside, Frank Schäfer und Karol Maziukiewicz, nach Vollzug der Transaktion im Unternehmen bleiben. DWS-Chef Stefan Hoops sieht in der Übernahme „ein klares Zeichen dafür, dass Immobilien ein zentraler Bestandteil unseres Alternatives-Angebots und eine attraktive Anlageklasse sind, die wir weiter ausbauen wollen“.
Angaben zum Kaufpreis liegen nicht vor. Die Parteien hätten vereinbart, die finanziellen Bedingungen der Transaktion nicht offenzulegen, heißt es.
Start der Expo Real
Ebenfalls am heutigen 5. Oktober 2026 beginnt die Expo Real in München. Deutschlands größte Immobilienmesse schlägt in diesem Jahr die Brücke von Immobilien zu Infrastrukturanlagen. Im Zentrum der Fachmesse stehen vier wachsende Segmente: Energieinfrastruktur, digitale Infrastruktur, soziale Infrastruktur sowie Defense.
Vor diesem Hintergrund bindet Europas größte Fachmesse für Immobilien, Investitionen und Infrastruktur in diesem Jahr einen neuen Themenbereich ein: „InfrastructureNow“. Dieser soll die Marktakteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenbringen, wie die Veranstalter erklären. „Immobilie und Infrastruktur rücken immer näher zusammen – wirtschaftlich wie in der Praxis der Investoren“, bestätigt Claudia Boymanns, Exhibition Director der Expo Real.
Quartalszahlen im Überblick
Außerdem dürften die aktuellen Quartalszahlen für Gesprächsstoff sorgen. So verzeichnete Cushman & Wakefield am deutschen Wohnimmobilienmarkt im dritten Quartal ein Transaktionsvolumen von 1,65 Milliarden Euro. Damit lag das Volumen rund 17 Prozent unter dem Vorjahresquartal (1,99 Milliarden Euro) und rund 26 Prozent unter dem starken zweiten Quartal 2026 (2,22 Milliarden Euro). Kumuliert ergibt sich für die ersten drei Quartale 2026 ein Transaktionsvolumen von 5,75 Milliarden Euro – und damit ein nahezu stabiles Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum (5,84 Milliarden Euro, minus 1,6 Prozent).
Entscheidungsprozesse dauern länger
CBRE nimmt den gesamten deutschen Immobilieninvestmentmarkt in den Blick und kommt zu dem Schluss, dass sich die zu Jahresbeginn eingesetzte Stabilisierung fortgesetzt habe. Insgesamt summierte sich das Transaktionsvolumen laut CBRE auf 23,2 Milliarden, was knapp über dem Vorjahreswert liegt. Die Marktaktivität sei insgesamt sehr selektiv geblieben, zumal Entscheidungsprozesse im derzeitigen Marktumfeld länger dauern und unter den herrschenden Risikoeinschätzungen intensiver geprüft und nachjustiert würden.
Trotz der in vielen Marktsegmenten bereits erfolgten Preisanpassungen (nach unten) bestehen weiterhin erhebliche Differenzen zwischen den Preisvorstellungen von Käufern und Verkäufern. Laut der neuen Immobilienumfrage von Universal Investment erwartet die Mehrheit der Akteure mit Blick auf die aktuellen Bewertungen weitere Anpassungen nach unten.
Auch die Immobilienberater von Colliers ziehen mit Blick auf die ersten neun Monate 2026 ein ernüchterndes Fazit: Der gestiegene Zinsdruck der letzten drei Monate sorge endgültig dafür, dass 2026 nicht zum Jahr des erhofften Aufschwungs am Immobilieninvestmentmarkt werde. Die geopolitischen Spannungen und die damit verbundenen Unsicherheiten hinsichtlich Inflation, Staatsausgaben und Kapitalmarktrenditen erschwerten derzeit die Kalkulation langfristiger Investmententscheidungen, heißt es bei Colliers. Die Folgen seien längere Entscheidungsprozesse sowie höhere Anforderungen an Rendite und Risikoprämie.
Lesetipp: Bei Wohnimmobilien im Core- und Core-Plus-Segment besteht speziell in Deutschland ein massiver Angebots-Engpass. Mehr Angebot bietet das Value-Add-Segment, bei dem mit gezielten Maßnahmen Mehrwertpotenziale ausgeschöpft werden. Mehr darüber erfahren Sie in der Titelgeschichte in unserer Oktober-Ausgabe 2026.
Autoren: Tobias BürgerSchlagworte: Immobilien
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