Immobilien
30. März 2021

Kein Corona-Effekt bei Immobilienspezialfonds

Altersvorsorgeeinrichtungen allokieren allerdings weniger als zuletzt in Immobilienspezialfonds. Größere Dynamik bei Mittelflüssen.

Laut einer Analyse des Beratungshauses Kommalpha haben Altersvorsorgeeinrichtungen netto deutlich weniger Kapital in Immobilienspezialfonds fließen lassen als noch in den Vorjahren. Das Nettomittelaufkommen dieser Investorengruppe lag 2020 lediglich bei 856 Millionen Euro, ein deutlicher Einbruch gegenüber dem Rekordjahr 2017, wo 3,9 Milliarden Euro netto zuflossen. Gleichzeitig entkoppelte sich das Nettomittelaufkommen und die Mittelzuflüsse weiter, was auf eine steigende Dynamik des Anteilscheingeschäfts schließen lassen, so die Studie. „Es werden zunehmend mehr Immobilienspezialfonds gedreht und steigende Beträge an Liquidität entzogen, was aber unseres Erachtens nicht im Zusammenhang mit Corona steht, sondern in hoher Liquiditätsbedürfnis von Pensionsinvestoren im Rahmen von Reallokationen und bilanziellen Erfordernissen begründet ist“, so die Einschätzung von Clemens Schuerhoff, Vorstand der Kommalpha AG.

Insgesamt ist der Immobilienspezialfonds-Markt jedoch deutlich gewachsen. Das Nettomittelaufkommen über alle Investorengruppen gesehen war auch 2020 auf hohem Niveau: Mit 10,5 Milliarden Euro lag es zwar unter den Rekordjahren 2017 und 2019, aber etwa auf Höhe des Jahres 2018. Ein Corona-Effekt in 2020 könne deshalb nicht festgestellt werden. Die Immobilienspezialfonds setzen somit ihren positiven Trend der vergangenen zehn Jahre fort: Laut der Studie wuchsen diese überproportional gegenüber dem Markt von rund 30 Milliarden Euro Ende 2010 auf 134 Milliarden Euro an – eine Vervierfachung gegenüber 2010. Der Marktanteil der Immobilienspezialfonds am gesamten Spezialfondsvolumen stieg dadurch von vier auf sieben Prozent an. 39 Milliarden Euro werden dabei von Altersvorsorgeeinrichtungen gehalten, Versicherungen folgen knapp auf mit 38 Milliarden Euro. Kreditinstitute liegen mit 22 Milliarden Euro auf Platz drei der wichtigsten Investorengruppen.

In etwa konstante Fremdkapitalquote

Die Fremdkapitalquote bleibt laut von der Studie angestellten Berechnungen in etwa konstant. Die Verbindlichkeiten hätten sich mit einem Faktor von 3,4 deutlich geringer vervielfacht als das Immobilienspezialfondsvermögen insgesamt. Setze man bebaute Grundstücke und aufgenommene Kredite als wesentliche Teilgröße von Verbindlichkeiten ins Verhältnis, so ergebe sich eine Fremdkapitalquote von 30 Prozent, die über den gesamten Betrachtungszeitraum von zehn Jahren relativ konstant bleibe. Der starke Home Bias hält ebenfalls an: Von den 100 Milliarden Euro Bestand an bebauten Grundstücken befinden sich 87 Milliarden Euro in Deutschland.

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