Strategien
25. Januar 2016

Ein Kompass für Nachhaltigkeit

Robeco SAM veröffentlicht „Sustainability Yearbook 2016“, in dem Unternehmen aus 59 Branchen für gute Leistungen im Bereich Nachhaltigkeit ausgezeichnet werden.

„Nachhaltigkeit hat heute einen ganz anderen Stellenwert als bei der Gründung von Robeco SAM vor 20 Jahren. Das einstige Nischenkonzept wird zu einer Forderung großer Vermögenseigner“, sagte Geschäftsführer Michael Baldinger anlässlich der Veröffentlichung des Jahrbuches, in dem die Nachhaltigkeitsleistungen der größten börsennotierten Unternehmen der Welt beurteilt werden. 
Die Auswertung ergab, dass die nachhaltigsten Unternehmen in Europa angesiedelt sind: Von den insgesamt 77 verteilten Goldmedaillen gingen 36 nach Europa. Zum Vergleich: In Nordamerika gab es zwölf, in den Schwellenmärkten acht Goldmedaillengewinner. 
Deutschland ist in dem Jahrbuch 2016 mit 26 Unternehmen vertreten, davon sind drei als „Industry Leader“ in ihrem Sektor mit der Goldmedaille geehrt worden. Neben SAP und Metro geht die Auszeichnung im Sektor „Automobile“ an BMW. Der Münchner Automobilkonzern löst damit Volkswagen ab, dem Robeco SAM nach Bekanntwerden des Abgasskandals die Goldmedaille entzog. Im Jahrbuch 2015 war der Wolfsburger Autobauer noch entsprechend ausgezeichnet worden, was sich rückblickend als Irrtum herausstellte. Mit dieser Fehleinschätzung stand Robeco SAM nicht allein da. Auch im Stoxx Global ESG Leaders Index und Dow Jones Sustainability Index waren die Wolfsburger vertreten.    
Die Branche mit der größten Leistungssteigerung 2015 (plus 6,3 Prozent) ist die Informationstechnikindustrie (ITC, sprich elektronische Geräte, Instrumente und Komponenten). In allen 59 analysierten Branchen wurde jeweils ein „Industry Leader“ ernannt. 
In der Finanzdiensleistungsbranche gewann die UBS Group diesen Titel. Eine Medaille ging in diesem Sektor nicht nach Deutschland, allerdings sind zumindest zwei deutsche Adressen – Deutsche Bank und Deutsche Börse – im Jahrbuch vertreten. Bei den Versicherern hat Swiss Re die Nase vorn, mit einer Bronzemedaille wurden die beiden Münchner Versicherungskonzerne Allianz und Munich Re bedacht. Bei den Banken ging die Goldmedaille an die Westpac Banking Group. Deutschland ist in diesem Sektor gar nicht vertreten.
„Das Yearbook kann auf jeden Fall als Kompass dienen – sowohl für private wie auch institutionelle Investoren“, sagte François Vetri von Robeco SAM mit Blick auf die Ergebnisse. Ein Ersatz für ein Beratungsgespräch sei dies allerdings nicht, da der Bereich nachhaltige Geldanlage heute viele Varianten habe. Zudem treiben einige Vertriebe weiterhin Schindluder mit dem Nachhaltigkeitsgedanken, nicht zuletzt im Bereich der Beteiligungen an Umweltprojekten. 
Für das Jahrbuch 2016 wurden die Leistungen von 2.126 Firmen aus 42 Ländern nach finanziell relevanten ESG-Kriterien (Environment Social Governance) ausgewertet. Seit 1999 erscheint es jährlich.
portfolio institutionell newsflash 25.01.2016/Rebecca Lück, Kerstin Bendix
Autoren:

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.