Immobilien
5. August 2026

Einkaufszentren ziehen institutionelles Kapital an

Shoppingcenter zeichnen sich durch eine zentral geplante, große Ansammlung von Geschäften, Dienstleistern und Gastronomie unter einem Dach aus. Das macht sie auch für Großanleger interessant.

Der norwegische Staatsfonds interessiert sich für Einkaufszentren und will sein Portfolio in nächster Zeit damit aufstocken. Das belegt eine Mitteilung von Norges Bank Investment Management und des Immobilienspezialisten Sonae Sierra: Die beiden Partner haben ein iberisches Gemeinschaftsunternehmen für Einkaufszentren gegründet. Dieses Joint Venture beabsichtigt in einem ersten Schritt, ein Portfolio von acht Einkaufszentren in Spanien zu übernehmen.

Das Portfolio verfügt laut den Angaben über eine Bruttomietfläche von mehr als 250.000 Quadratmetern und hat einen Wert von etwa 1,5 Milliarden Euro. Es umfasst die Center Gran Plaza 2, Plaza Norte 2, Plaza Río 2, La Vaguada, Plaza Moraleja 2 und Plaza Loranca 2, die sich alle im Raum Madrid befinden. Ebenfalls Teil des Pakets ist Gran Vía 2 in Barcelona und Plaza Mar 2 in Alicante.

Sämtliche dieser Einkaufszentren befinden sich laut Mitteilung in Einzugsgebieten von Städten mit hoher Kaufkraft. Der Verkäufer ist das spanische Immobilienunternehmen La Sociedad General Inmobiliaria de España. Doch das soll erst der Anfang sein.

Weitere Zukäufe sind absehbar

Nach Abschluss der Transaktion wird Sierra 73 Einkaufszentren in acht Ländern verwalten und Assets im Gesamtwert von 8,5 Milliarden Euro managen. Das Joint Venture sucht nach weiteren Einkaufszentren auf der Iberischen Halbinsel.

Jayesh Patel, Co-Head of Europe, Real Estate bei Norges Bank Investment Management, erklärt den Kontext: „Die Transaktion stärkt unser Engagement im Markt für Einzelhandelsimmobilien in Europa. Sie entspricht unserer Strategie, gemeinsame Investitionen mit spezialisierten Betreibern zu tätigen.“

Norges Bank Investment Management verwaltet den norwegischen Staatsfonds Government Pension Fund Global. Mit einem Vermögen von rund 22 Billionen norwegischen Kronen (etwa 2,3 Billionen US-Dollar) ist er der größte institutionelle Anleger weltweit und wird nun auch als „Hyperscaler“ eingestuft. Seine Manager investieren in internationale Aktien, Anleihen, Immobilien und Infrastruktur für Erneuerbare Energien. Ziel sei es, die Einnahmen aus Norwegens Öl- und Gasvorkommen verantwortungsvoll und langfristig zu nutzen, damit dieser Wohlstand sowohl der heutigen als auch künftigen Generation diene.

Konzern Versicherungskammer vermarktet das „Southlight Tempelhof“

In Deutschland investiert zum Beispiel der Konzern Versicherungskammer in Einzelhandelsimmobilien mit einer Fülle unterschiedlicher Mieter. Wie wir im März 2026 berichtet hatten, kommt der institutionelle Anleger bei der Neupositionierung des ehemaligen Karstadt-Warenhauses in Berlin-Tempelhof unter dem Namen „Southlight Tempelhof“ voran.

Anfang 2022 hatten wir zudem berichtet, dass der auf Retail-Objekte spezialisierte Manager Pradera für die Nordrheinische Ärzteversorgung zwei weitere Verbrauchermärkte in Nordspanien erworben hat.

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