Energiewende braucht (alle) Real Assets

Melden sich in unserer Private-Markets-Rubrik zu Wort (von oben im Uhrzeigersinn): Chris Deves, Konstantin Böhm und Manuel Indlekofer.
Der weltweite Primärenergiebedarf steigt weiter an. Er wird maßgeblich durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und eine fortschreitende Elektrifizierung umgestaltet.
Europa braucht nach Einschätzung von Chris Deves (Sosteneo Infrastructure Partners) mehr selbst erzeugte Energie. „Geopolitische Schocks, volatile Preise und eine steigende Stromnachfrage haben die Energiesicherheit ebenso dringlich werden lassen wie den Klimaschutz“, schreibt er in der aktuellen Ausgabe unserer Private-Markets-Rubrik, bei der die Energiewende im Zentrum steht. Deves argumentiert, die Abhängigkeit von Energieimporten mache die Region verwundbar.
Wind- und Solarenergie seien ein Teil der Lösung, fährt Deves fort. „Sie benötigen jedoch leistungsfähigere Netze und Speicherkapazitäten. Gleichzeitig brauchen Sektoren, die sich nicht ohne Weiteres elektrifizieren lassen, andere Lösungen. Für Investoren eröffnen sich dadurch Chancen entlang des gesamten Energiesystems.“
Mehr als Immobilien plus Infrastruktur
Auch Dr. Manuel Indlekofer, Partner bei DLA Piper in München, richtet in seinem Gastbeitrag das Schlaglicht auf Erneuerbare Energien und gibt zu bedenken, dass die Grenzen zwischen den Asset-Klassen Immobilien und Infrastruktur verschwimmen. „Damit wächst nicht nur das Anlageuniversum. Es verändert sich auch, wie Investoren den Wert realer Vermögenswerte verstehen“, konstatiert der Rechtsanwalt und merkt an, dass die Entwicklung aus beiden Richtungen komme. „Klassische Immobilien werden zunehmend mit Infrastruktur verbunden. Bei Logistik-, Light-Industrial- und Industriestandorten sowie Quartieren gewinnen Energie, Wärme- und Kälteversorgung, Ladeinfrastruktur, digitale Infrastruktur und Mobilitätslösungen an Bedeutung.“
Umgekehrt investiere Infrastrukturkapital zunehmend in betriebsgeprägte Bereiche wie Teile von Living oder Healthcare, bei denen neben dem Gebäude auch Betreiberstrukturen und operative Cashflows relevant seien. „Rechenzentren zeigen diese Konvergenz besonders deutlich“, schreibt Indlekofer in seinem Beitrag.
In Asiens Energiewende investieren
Als sich im Frühjahr 2026 eine Meerenge zwischen Iran und Oman für den Welthandel schloss, wurde in Süd- und Südostasien Energie rationiert. „Dabei wächst der Strombedarf nirgendwo so rasant wie in den Emerging Markets, dem Motor des weltweiten Wirtschaftswachstums. Dieser benötigt Strom“, erläutert Konstantin Böhm aus dem Investment Management der DEG Impact. Die Kapazität dafür fehle aber vielerorts noch. „Idealerweise wird der Strom aus Quellen und Lieferketten bezogen, die keine Meerenge passieren müssen: Sonne und Wind. Mit den Anlagen wächst eine ganze Industrie heran, von der Solarzelle bis zum Stromkabel“, wie der Experte einschätzt.
Die ausführlichen Beiträge von Chris Deves, Manuel Indlekofer und Konstantin Böhm stehen hier bereit.
Autoren: portfolio institutionellSchlagworte: Energiewende | Erneuerbare Energien / Renewables
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