Stiftungen
20. Mai 2021

Entwicklungsministerium schiebt Weltnaturerbe-Fonds an

Ziel für Kapitalstock: eine Milliarde Dollar. Weltweit größte Stiftung für Naturschutz und Artenvielfalt.

Öffentliche und private Gelder stehen für einen Weltnaturerbe-Fonds bereit. Ziel des Legacy Landscapes Fund ist, für 30 der Top-Artenschutz­gebiete eine dauerhafte und verlässliche Grund­finanzierung zu sichern. Dafür soll bis 2030 ein Kapitalstock von rund einer Milliarde US-Dollar aufgebaut werden. Die Schutzgebiete bekommen eine Ewigkeits­finanzierung für ihre Grundarbeit und können so krisensicher ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen und Natur und Mensch wirksam schützen. Wenn es gelingt, möglichst viele Arten in bio­diversitäts­reichen, aber einkommens­armen Gebieten langfristig zu bewahren, wird ein großer Teil der überlebens­wichtigen natürlichen Vielfalt für die gesamte Mensch­heit gesichert.

Entwicklungsminister Gerd Müller, der den Fonds gestern vorstellte: „Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten. Deshalb startet Deutschland den Weltnaturerbe-Fonds. Wir schützen damit herausragende Artenschutzgebiete weltweit und beugen so auch künftigen Pandemien vor. Deutschland stellt zum Start eine Anschubfinanzierung von 100 Millionen US-Dollar bereit. Private Stiftungen steuern weitere 35 Millionen Dollar bei. Der Weltnaturerbe-Fonds kann so in sieben Schutzgebieten in Afrika, Asien, Lateinamerika starten. Bis 2030 wird ein Kapitalstock von einer Milliarde Dollar angestrebt, um die ewige Grundfinanzierung der 30 Schutz­gebiete zu ermöglichen. Der Fonds wäre dann die weltweit größte Natur­schutz­stiftung. Ich lade private und öffent­liche Geber ein, sich zu beteiligen.“

Sitz des Fonds ist Frankfurt

Direktorin des Legacy Landscapes Fund ist Stefanie Lang. Sitz des Legacy Landscapes Fund ist Frankfurt am Main. „Der Schwund an Biodiversität hat dramatische Ausmaße angenommen. Diesen Trend gilt es umzukehren. Der neu gegründete Naturerbe-Fonds kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten: Er finanziert Schutzgebiete dort, wo die Artenvielfalt groß und die Mittel begrenzt sind und kann dadurch wertvolle Biodiversität erhalten“, sagt Stefanie Lang.

An dem Naturerbe-Fonds beteiligen sich Deutschland, Frankreich, private Stiftungen und internationale Naturschutzorganisationen. Außerdem wird der LLF von der EU-Kommission, dem Unesco World Heritage Center und der Weltnaturschutzunion IUCN unterstützt.

Mit dem Thema Artenvielfalt und Biodiversität und entsprechenden Investitionsmöglichkeiten beschäftigt sich auch die Titelgeschichte der Mai-Ausgabe von portfolio institutionell. Die Ausgabe erscheint am 26. Mai.

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