Entwürfe zur EU-Taxonomie sind „enttäuschend“
Verband der Pfandbriefbanken kritisiert vor allem einen Mangel an Praxistauglichkeit. „Reine Pflichtübung der Nachhaltigkeitsberichterstattung.“
Der Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) übt in einer aktuellen Mitteilung deutliche Kritik an den Entwürfen der EU-Kommission zur Überarbeitung der EU-Taxonomie. Konkret geht es um geplante Anpassungen an den Delegierten Rechtsakten zu den sechs im Rahmenwerk genannten Umweltzielen. Aus Sicht des VDP verfehlen die Entwürfe das Ziel, die Taxonomie in der kreditwirtschaftlichen Immobilienfinanzierung stärker anzuwenden und ihre Marktakzeptanz zu erhöhen. Bemängelt wird vor allem, dass es der Taxonomie auch nach der Überarbeitung an Praxistauglichkeit fehlen wird.
„Die Entwürfe sind aus Sicht der Kreditwirtschaft enttäuschend – sie sind praxisfern und weisen nach wie vor eine viel zu hohe Komplexität auf“, monierte Sascha Kullig, Mitglied der VDP-Geschäftsleitung. „Die Renovierungsfähigkeit wird weiterhin eher gebremst als gefördert. Aus Sicht der Kreditinstitute verkommen die Taxonomie-Vorgaben so zur reinen Pflichtübung der Nachhaltigkeitsberichterstattung.“
Kullig ergänzt, dass die EU-Taxonomie nur wirken kann, wenn sie in der Praxis anwendbar ist. Die vorgeschlagenen Änderungen würden es aber Kreditinstituten erschweren, ein höheres Volumen an taxonomiekonformen Immobilienfinanzierungen und damit eine höhere Green Asset Ratio zu generieren. Um Investitionen in den Gebäudebestand nicht zu gefährden, sollte die EU die Kriterien zur Klassifizierung grüner Gebäude funktionaler definieren, so Kullig.
Wo der Verband Defizite sieht und welche Änderungsvorschläge er einbringt, lesen Sie hier.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: ESG-Berichtspflichten | Nachhaltigkeit/ESG-konformes Investieren | Taxonomie
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