Es geht wieder los: Offener Immobilienfonds muss schließen
Wertgrund muss Wohnimmobilienfonds schließen. „Liquide Mittel reichen nicht aus.“
Der Immobilienspezialist Wertgrund hat am 15. Januar seinen offenen Immobilienfonds Wertgrund Wohnselect D geschlossen. „Das Verfahren soll sicherstellen, dass Rückgabewünsche geordnet und fair bearbeitet werden können und gleichzeitig das Sondervermögen für verbleibende Anleger erhalten bleibt“, sagte Wertgrund-Chef Thomas Meyer dem Handelsblatt.
Wie die Wohnselect Kabitalverwaltungsgesellschaft mitteilt, reichen die liquiden Mittel des Immobilien-Sondervermögens nicht aus, um den Rücknahmepreis für die zur Rückgabe vorgelegten Anteile zu zahlen und die ordnungsgemäße laufende Bewirtschaftung des Immobilien-Sondervermögens sicherzustellen. „Die Aussetzung der Ausgabe von Anteilen erfolgt, da nicht angenommen wird, dass eine weitere Ausgabe von Anteilen zu einer wesentlichen Verbesserung der Liquiditätslage des Immobilien-Sondervermögens führen würde und um Anleger, die während der Rücknahmeaussetzung Anteile zeichnen, vor den unverhältnismäßig hohen Risiken zu schützen, sollte es nicht zu einer Wiederaufnahme der Anteilrücknahmen und damit zu einer Abwicklung des Immobilien-Sondervermögens kommen.“
Nach Angaben von Wertgrund wurde der Fonds für Vermögensverwalter, Family Offices und Privatbanken entwickelt und im April 2010 aufgelegt. Der Fonds investiert in Bestands-Wohnimmobilien sowie in Projektentwicklungen an ausgewählten deutschen Standorten. Ende Dezember belief sich das Nettofondsvolumen auf 290 Millionen Euro. Investiert ist der Fonds in 16 Objekte, die zu 96 Prozent vermietet sind. Die Gesamtkostenquote gibt die Gesellschaft mit 1,51 Prozent an.
In einer Mitte 2025 publizierten Studie zu offenen Immobilienfonds schrieb Scope, dass das Liquiditätsmanagement der Fonds aufgrund der gestiegenen Rückgabevolumina der Anleger besonders relevant ist. Zum 30. April 2025 hätten die Immobilienfonds flüssige Mittel im Umfang von 15,6 Milliarden Euro gehalten, was einer Liquiditätsquote von 14,3 Prozent entspricht. Der Wert liegt laut Scope deutlich über der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestliquidität von fünf Prozent.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Immobilien | Immobilienkrise
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