Investoren
20. Mai 2019

ESG-Investoren wollen bessere Messverfahren

Natixis-Studie: Mehrheit der Investoren glaubt an Alpha durch ESG. Nachhaltigkeit wird zum Standard.

56 Prozent der institutionellen Anleger glauben, mit ESG-Investment Alpha erzielen zu können, und 55 Prozent der institutionellen Investoren beabsichtigen, ihren ESG-Anteil im Laufe des Jahres 2019 zu erhöhen. Dies sind Erkenntnisse einer aktuellen Studie des französischen Vermögensverwalters Natixis Investment Managers. Darin zusammengefasst sind die weltweiten Umfrageergebnisse von Finanzberatern, Privatanlegern, institutionellen Investoren und professionellen Fondskäufern.

Bei der Umsetzung von ESG-Strategien dominieren institutionelle Investoren. 66 Prozent dieser Investorengruppe sind überzeugt, dass Nachhaltigkeit sich in den kommenden fünf Jahren zum Standard im Portfoliomanagement entwickeln wird. Vor einem Jahr glaubten dies 60 Prozent. 46 Prozent der Großanleger halten die Nachhaltigkeitsanalyse inzwischen für genauso wichtig wie die klassische fundamentale Analyse. Laut der Natixis-Studie besteht allerdings ein hoher Bedarf an verbesserten ESG-Messverfahren sowie an entsprechenden Reportings.

„Als aktiver Manager betrachten wir ESG-Faktoren als integralen Bestandteil langfristiger, aktiver Anlagestrategien“, sagte Jean Raby, CEO von Natixis Investment Managers. „Investoren sehen dies inzwischen genauso. ESG-Anlagestrategien werden nun über den engen Rahmen des Negativscreening hinaus anerkannt. Gegenwärtig übersteigt die Nachfrage nach ESG-Strategien das Angebot. Künftig werden Anleger jedoch mehr Klarheit über ESG-Strategien, deren Umsetzung sowie über deren Vorteile im Anlageprozess und über deren gesellschaftliche Wirkung benötigen“, so Raby weiter. „Daher braucht es bessere Taxonomie- und Kennzeichnungsstandards in der gesamten Branche und mehr Transparenz beim Reporting von klimarelevanten und anderen ESG-Kriterien.“

Investoren erwarten von Asset Managern mehr Transparenz

„Wie bei den meisten Innovationen im Investmentbereich haben institutionelle Investoren sich auch beim ESG-Investing an die Spitze gestellt. Sechs von zehn Unternehmen haben ESG-Ansätze bereits in ihre Portfolios integriert. Die Mehrheit (55 Prozent) plant, die ESG-Allokation im Jahr 2019 zu erhöhen“, sagte Sebastian Römer, verantwortlich für das Geschäft von Natixis Investment in Zentral- und Osteuropa. „Angesichts stärker Berichtspflichten im Bereich der Nachhaltigkeit erwarten sie von der Asset-Management-Branche allerdings stärkere Transparenz, was letztlich allen Anlegern zugutekommen dürfte.“

Der ESG-Bericht von Natixis Investment Managers beruht auf verschiedenen Befragungen des „Natixis Center for Investor Insight“ aus dem Jahre 2018. Das Center führt regelmäßig Investorenbefragungen durch, um ein Verständnis für deren Risikobereitschaft, deren Einstellung zu den Märkten und deren Einstellungen gegenüber Investmentstrategien zu gewinnen. In den ESG-Bericht gingen Einschätzungen von 500 institutionellen Investoren weltweit ein.

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