SFDR 2.0 müssen richtige Anreize setzen
Impact Investing hat den Praxistest bestanden. Die Frage ist nicht mehr, ob sich Wirkung und Rendite verbinden lassen, sondern ob der regulatorische Rahmen groß genug gedacht wird, damit institutionelles Kapital in die Transformation der Realwirtschaft fließen kann. Genau darüber entscheidet die SFDR 2.0, also die Überarbeitung der Offenlegungsverordnung durch die EU-Kommission.
Der German Impact Investing Survey 2025 zeigt: Der Markt funktioniert. Mehr als 70 Prozent der Befragten erwarten marktübliche Renditen oder sogar Outperformance. Gleichzeitig machen – anhand konservativer Definition – Impact Assets in der Erhebung bislang nur 0,85 Prozent der berichteten Assets under Management aus. Es fehlt also nicht primär an Produkten, sondern an der Mobilisierung institutionellen Kapitals.
Genau hier wird SFDR 2.0 zum entscheidenden Hebel. Positiv ist, dass Impact Investing erstmals regulatorisch konturiert wird und Transition eine eigene Kategorie erhält. Entscheidend ist nun aber die Ausgestaltung. Transition darf nicht zu einer Green-Best-in-Class-Kategorie werden. Transformation beginnt nicht dort, wo Unternehmen bereits nachhaltig sind, sondern dort, wo emissionsintensive Geschäftsmodelle glaubwürdige Transformationspfade einschlagen und Investitionen reale Dekarbonisierung ermöglichen. Regulierung sollte deshalb stärker anerkennen, wenn Unternehmen einen erheblichen Teil ihrer Kapitalausgaben in Umbau und Transformation lenken.
Der eigentliche Unterschied des Impact Investing liegt in Additionality und Real World Impact. Entscheidend ist nicht, wie nachhaltig ein Portfolio auf dem Papier aussieht, sondern ob Kapital Veränderungen ermöglicht, die ohne diese Investition nicht entstanden wären. Gerade darin liegt der Mehrwert für Private Equity, Infrastruktur und andere reale Anlageklassen, in denen Transformation ermöglichend finanziert und nicht nur bewundernd abgebildet wird.
Die nachhaltige Transformation Europas wird nicht allein durch Regulierung gelingen. Sie braucht privates institutionelles Kapital. Die SFDR 2.0 sollte deshalb einen Rahmen schaffen, welcher Kapital gezielt in die Transformation der Realwirtschaft lenkt und Impact Investing als integralen Bestandteil europäischer Transformationsfinanzierung etabliert – nicht als Nische, sondern als investierbaren Baustein institutioneller Portfolios.
Dina Rebecca Lorentz, Geschäftsführerin und Gründungsvorstand, Bundesverband Impact Investing.
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