Geldanlage mit Wirkung und Rendite

Im Zuge der wachsenden Popularität des nachhaltigen ­Investierens rückt eine bisherige Nische in den Fokus der Öffentlichkeit: das so genannte Impact Investing. Impact Investments sind per ­definitionem „Investments, die mit der Intention getätigt werden, neben einer finanziellen Rendite auch eine positive und messbare soziale und/oder ökologische Wirkung zu erzielen“, wie es das Global Impact Investing Network schreibt. Impact Investing hat seine Ursprünge im Bereich des Private Investings. Ein Investor, der Geld in den Aufbau eines Windparks steckt, erzielt über die Projekt­finanzierung einerseits eine Rendite, verbessert andererseits aber auch die Energiebilanz. So positiv solche Investments sind: Es ­handelt sich dabei meist um eher kleinteilige Investitionen.

Bei der Anlage in gelisteten Wertpapieren ist die Sachlage etwas komplexer. Hier ist die Kausalität zwischen Investment und ­Wirkung nicht so leicht nachweisbar. Zudem lässt sich oft nur schwer belegen, dass durch das Investment auch ein Mehr an Wirkung erzielt wurde. Darunter leidet mitunter die Glaubwürdigkeit des Impact Investings in gelisteten Konzernen. Trotzdem wäre es fatal, das Thema nur auf der privaten Investmentseite zu belassen, denn ein Großteil der globalen Marktkapitalisierung liegt in gelisteten Finanztiteln. Um ein Bild zu benutzen: Es mag sein, dass ein Schlauch (private) effizienter ist als eine Gießkanne (public) – die Effektivität entscheidet sich aber nicht primär an der Gießtechnik, sondern an der Menge des genutzten Wassers: besser ein Hektoliter per Kanne als nur ein Gläschen per Schlauch. Die Gießkanne nicht zu nutzen, ist garantiert wirkungslos.

Um die positive Wirkung zu beziffern, muss man beim Impact ­Investing in gelisteten Unternehmen nur etwas genauer ­hinschauen. So wird ein Investor durch Aktienbesitz Eigner von Anteilen an einem Unternehmen und trägt damit unmittelbar ­Mitverantwortung für die Auswirkungen seines Investments. Überdies erhält er ein Mitspracherecht und damit eine Einflussmöglichkeit, die positive Wirkung von Unternehmen zu erhöhen und die negative Wirkung zu verringern, etwa über Engagement und ­daraus resultierende Forderungen an das Management. Darüber hinaus haben derartige Investments in gelisteten Unternehmen eine ­Signalwirkung: Unternehmen mit positiver Wirkung profitieren von verstärkter Nachfrage am Kapitalmarkt und damit von verbesserten Refinanzierungsbedingungen. Sie können also aufgrund des Investments durchaus zusätzlichen positiven Impact erzielen – auch über das einzelne Unternehmen hinaus.

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