CO₂-Kriterium als Nachhaltigkeitstreiber

Mit der EU-Taxonomie wird ab März 2021 ein einheitliches Klassifikationssystem eingeführt, welches Investoren als Grundlage für ihre Investitionsentscheidungen dienen soll. Investments nach ESG-Gesichtspunkten sind damit nicht nur auf dem Papier ­wichtig, sondern zeitnah konkret.

Investoren müssen sich auf neue ­Anforderungen vorbereiten. Insbesondere die ökologischen und sozialen Kriterien rücken hierbei in den Fokus. Immobilien sind für etwa 30 Prozent der CO₂-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Kaum ­verwunderlich, dass die Energiewende im Immobiliensektor als Schlüssel für das Erreichen der Pariser Klimaziele gilt. ­Investitionen in die energetische Gebäudesanierung sind eines der ­effektivsten Mittel, die Energieeffizienz zu steigern und damit den CO₂-Fußabdruck zu verbessern.
Seit 2013 besteht in den Niederlanden das Abkommen für Energieeffizienz und erneuerbare Energie. Für den Verkauf und die ­Vermietung von Wohnimmobilien ist dort ein gültiges Energielabel erforderlich, das die Energieeffizienz des Objektes ausweist und zeigt, welche Energiesparmaßnahmen möglich sind. Ab 2023 muss jedes Bürogebäude mit mehr als 100 Quadratmetern Fläche über eine Mindestenergiekennzeichnung C verfügen (Energieindex von 1,3 oder ­besser). Wenn das Gebäude den Anforderungen nicht entspricht, darf das ­Objekt nicht mehr als Büro genutzt werden. Solche oder ähnliche Regelungen sind durchaus auch für Deutschland vorstellbar.
Geringe CO₂-Emissionen von Gebäuden sind damit die Basis ­klimaverträglichen Wirtschaftens und zukunftsfähiger Investments. Die RICS (Royal Institution of Chartered Surveyors) hat ein Messverfahren veröffentlicht, mit dem die CO₂-Bilanz einer Immobilie über den gesamten Lebenszyklus hinweg ermittelt werden kann. Allerdings steht die Branche in puncto ­effizienter Berechnungsmodelle noch am Anfang. Ein Grund dafür ist beispielsweise die vielschichtige Datenlage in der Bewirtschaftungsphase, für die aktuell nicht alle Abrechnungseinheiten und Verbrauchsinformationen zur Verfügung stehen. Daher kann der CO₂-Ausstoß nur ­approximativ ermittelt werden. Mit der entsprechenden Erfahrung in der Bewertung von Immobilien und notwendigen langjährigen Kenntnislage der ökologischen Aspekte lässt sich allerdings ein ­realistischer CO₂-Wert von Einzelobjekten und Portfolios berechnen. Der CO₂-Wert stellt damit künftig einen wichtigen Dreh- und Angelpunkt für nachhaltige Investments dar.

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