Markt für grüne Schuldscheine wächst

Die Begeisterung der Anleger für grüne Anleihen schwappt auf den Schuldschein-Markt über. Unternehmen platzierten 2019 rund 2,9 Milliarden Euro in Schuldscheindarlehen (SSD), die an ESG-Faktoren geknüpft sind, was einer Verfünffachung gegenüber 2018 entspricht. Die Zahl der „grünen“ Deals ist mit zwölf Deals gegenüber fünf im Jahr zuvor deutlich gestiegen.

Eine Reihe von Unternehmen aus verschiedenen Branchen außerhalb des Versorgungssektors – in der Regel der führende Emittent von grünen Anleihen – kamen mit nachhaltigkeitsgebundenen Platzierungen auf den SSD-Markt, was darauf hindeutet, dass das grüne Label wahrscheinlich eine immer wichtigere Rolle bei der Marktentwicklung spielen wird. Zu den Emittenten gehörten etwa ­Porsche (eine Milliarde Euro emittiertes Volumen), die Lenzing AG (500 Millionen Euro) sowie die Dürr AG (200 Millionen Euro). Grüne SSD-Platzierungen stellten einen immer noch kleinen ­Anteil des Marktes für Private Debt dar – sie entsprachen acht ­Prozent der Transaktionen und zehn Prozent des Platzierungs­volumens im Jahr 2019. Das Gesamtvolumen stieg auf rund 28,7 Milliarden Euro an, 15 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Das Private-Debt-Segment eignet sich gut für ein an Nachhaltigkeit gebundenes Fundraising, das dem wachsenden Appetit der Anleger auf grün gekennzeichnete Wertpapiere auf den Kapitalmärkten Rechnung trägt. Die Flexibilität des SSD-Instruments kann Merkmale wie Zinszahlungen, die an ESG-Kennzahlen oder einen ESG-Score ähnlich eines Financial Covenants gebunden sind, bein­halten. Wir glauben, dass die Kennzeichnung eines Kredits als grün oder ESG-bezogen im Vergleich zu einem „normalen“ SSD weder hinsichtlich der Bedingungen – vor allem des Coupons – noch der wahrgenommenen Kreditwürdigkeit mit großen Änderungen ­einhergeht. Sicherlich zieht es jedoch eine breitere Investorenbasis an, indem es Investoren einschließt, die sich für umwelt- oder ­sozialverträgliche Investitionen engagieren.
Der letztjährige Anstieg der grünen Emissionen, insbesondere von Kreditnehmern, die keine Versorgungsunternehmen sind, dürfte im Jahr 2020 anhalten. Bis Mitte Mai wurden sieben grüne ­beziehungsweise ESG-relevante Schuldscheine mit einem ­Volumen von mindestens 1,25 Milliarden Euro platziert oder vermarktet. Dies entspricht rund 20 Prozent der Schuldscheine bisher in 2020 ­beziehungsweise bereits rund 30 Prozent in Bezug auf das ­Platzierungsvolumen, dank der größeren Platzierung von Schäffler (350 Millionen Euro) und Voith (400 Millionen Euro).

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