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25. April 2022

Europäische Offshore-Windkapazitäten brechen Rekorde

Nach der Flaute in den vergangenen zwei Jahren werden die Offshore-Windkapazitäten nun dynamisch ausgebaut. Namhafte Großanleger auf hoher See.

Der Ausbau von Windkraftanlagen auf dem offenen Meer verläuft in diesem Jahr sehr dynamisch. Laut einer Analyse der norwegischen Beratungsfirma Rystad Energy werden die neu hinzugekommenen Offshore-Windkapazitäten in Europa im laufenden Jahr voraussichtlich ein Rekordhoch erreichen.

Insgesamt sollen 2022 erstmals über vier Gigawatt (GW) an zusätzlichen Kapazitäten ans Netz gehen. Den Angaben zufolge erreicht die Kapazitätserweiterung des Kontinents 4,2 GW, nach 1,8 GW im Jahr 2021 (siehe Abbildung). Der bisherige Ausbaurekord wurde 2019 aufgestellt mit 3,8 GW.

Insgesamt sollen 2022 erstmals über vier Gigawatt (GW) an zusätzlichen Kapazitäten ans Netz gehen.

Orsted baut größtes Offshore-Windprojekt

Ein Wachstumstreiber ist der Energiekonzern Orsted. In diesem Jahr will das dänische Unternehmen sein 1,4 GW-Projekt Hornsea Two fertigstellen – das größte Offshore-Windprojekt der Welt.

Nach Einschätzung von Rystad Energy wird sich der Ausbau von Offshore-Windkraft in Europa in nächster Zeit weiter beschleunigen und geradezu sprunghaft ansteigen. Für das kommenden Jahr rechnen die Marktbeobachter zunächst mit neuen Kapazitäten von 7,3 GW. Für 2025 werden 8,6 GW erwartet.

Europa ist die ausgereifteste Offshore-Windregion der Welt

Der Kapazitätszuwachs basiert vor allem auf drei britischen Großprojekten, die in diesem Jahr vollständig in Betrieb genommen werden sollen. Mit einem Anteil von 76 Prozent entfällt die  Mehrheit der neuen Offshore-Windkraftprojekte in Europa auf Großbritannien, gefolgt von Frankreich mit zwölf Prozent und Deutschland (acht Prozent).

„Europa ist die ausgereifteste Offshore-Windregion der Welt, aber chinesische Installationen haben in den letzten Jahren die weltweiten Neuzugänge dominiert“, sagt Anubhav Venkatesh, Offshore-Windanalyst von Rystad Energy. Chinesische Projekte machten 85 Prozent aller globalen Kapazitätserweiterungen im Jahr 2021 aus, wobei Europa nur zehn Prozent beigetragen habe. „Aber das wird sich voraussichtlich in diesem Jahr ändern, und es wird erwartet, dass der Kontinent die Kapazitätserweiterungen bis zum Ende des Jahrzehnts weiter erhöht“, so Venkatesh.

Großanleger setzen auf Windkraft

Windkraftanlagen auf hoher See sind bei Investoren aus Deutschland zunehmend gefragt. Beispielsweise hält die RAG-Stiftung eine ­Beteiligung an dem deutschen Offshore-Windpark Veja Mate in der Nordsee.

Allianz Capital Partners wiederum hat 2021 im Auftrag der Allianz Versicherungsgesellschaften eine Vereinbarung zum Kauf von 25,2 Prozent am Windpark Hollandse Kust Zuid von BASF unterzeichnet. Dies ist die erste Anlage der Allianz in einen Offshore-Windpark sowie das erste Eigenkapital-Investment in Erneuerbare Energien in den Niederlanden.

Im Kreditgeschäft wiederum baut die Deka den Anteil an Finanzierungen im Bereich Erneuerbarer Energien weiter aus. Schon heute sei man einer der aktivsten Projektfinanzierer für Windparks in Europa. Aktuell ist die Dekabank an der Finanzierung von 19 On- und Offshore-Windparks mit einer Gesamtkapazität von über fünf Gigawatt beteiligt.

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