Alternative Anlagen
13. März 2026

Europe first

LPs haben einen neuen regionalen Favoriten. Laut Adams-Street-Studie bewerten Anleger auch das KI-Risiko neu.

LPs vertrauen weiter darauf, dass Private Markets langfristig ihre liquiden Pendants outperformen, und haben in der Gegenwart Probleme mit der Liquidität. Eine aktuelle Studie von Adams Street wartet aber zudem noch mit einer Erkenntnis auf, die Marktkenner mehr überraschen dürfte: Europa löst als bevorzugte Anlageregion die USA ab! Passend dazu ist die Studie auf „Great Recalibration“ getauft worden. Zudem wird Künstliche Intelligenz vermehrt als Risiko erkannt.

„Die Private Markets haben die Ära hinter sich, in der die Multiples einfach anstiegen und Liquidität immer zur Verfügung stand“, sagt Jeffrey Diehl, Managing Partner & Head of Investments bei Adams Street. „Das Umfeld ist anspruchsvoller geworden und belohnt operative Exzellenz, Branchenspezialisierung und Disziplin bei der Deal-Auswahl. Erfolgreich sind diejenigen Investoren und Manager, die Liquidität als Teil der Strategie und nicht als Selbstverständlichkeit betrachten.“

Europa erstmalig vor Nordamerika

Eines der auffälligsten Ergebnisse der Umfrage ist, dass Europa Nordamerika als attraktivste Region für Investitionen in private Märkte im Jahr 2026 überholt hat. Als Haupttreiber nannten die Befragten attraktive Bewertungen, politische Unterstützung und Chancen im europäischen Mittelstand. Während Nordamerika für die meisten Portfolios weiterhin von zentraler Bedeutung ist, veranlassen geopolitische Spannungen und Konzentrationsrisiken die LPs dazu, ihre Anlagen geografisch aktiver zu diversifizieren.

Gleichzeitig gewinnt das geopolitische Risiko als strategischer Faktor an Bedeutung: Fast neun von zehn LPs erwarten, dass es einen erheblichen Einfluss auf Strategien für private Märkte haben wird – angeführt von Bedenken hinsichtlich der Beziehungen zwischen den USA und China.

Gefragt nach der besten regionalen Opportunität votierten die Investoren 2025 mit jeweils 62 Prozent sowohl für die USA als auch für Europa. 2026 waren es nur noch 54 Prozent für die USA. Für Europa blieb die Zustimmung mit 61 Prozent nahezu konstant. Für China stieg die Zustimmung um sechs Punkte auf 42 Prozent und für Japan um sogar elf Punkte auf 28 Prozent.

Ebenfalls im Fokus der Studie ist die Künstliche Intelligenz. Laut Adams Street entwickelt sich KI rasch von einer thematischen Chance zu einer operativen Notwendigkeit. Technologische Umbrüche werden mittlerweile von 28 Prozent der LPs als Hauptrisiko genannt – ein deutlicher Anstieg gegenüber 17 Prozent im Vorjahr –, was den wachsenden Einfluss der KI auf Bewertungen, Wettbewerb und Geschäftsmodelle widerspiegelt. Gleichzeitig gehören Technologie und Gesundheitswesen neben Co-Investments weiterhin zu den vielversprechendsten Sektoren für 2026: Jeweils 39 Prozent der Befragten nannten diese Bereiche als diejenigen mit den attraktivsten Chancen.

„KI ist kein ‚nice-to-have‘-Unterscheidungsmerkmal mehr“, sagte Diehl. „Sie ist ein Werttreiber. Investoren erwarten von Managern, dass sie nicht nur Zugang zu KI-fähigen Unternehmen haben, sondern KI-Fähigkeiten in ihren Portfolios verankern, um die Akquise, die Due Diligence und die operative Performance zu verbessern.“

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