Traditionelle Anlagen
22. November 2021

Evergrande belastet Anleihefonds

Verluste von bis zu 21 Prozent. High-Yield-Fonds von Fidelity und UBS verlieren besonders stark.

Die Insolvenz von Evergrande und die allgemeine Immobilienkrise in China ziehen Anleihefonds in Mitleidenschaft. Bei den zehn größten auf Asien spezialisierten Renten- und Investmentfonds mit dem größten Evergrande-Bond-Exposure belaufen sich aktuell die Verluste auf rund zehn Milliarden US-Dollar. Dies geht aus einer Studie von DMSA, der Deutsche Markt Screening Agentur, hervor.

Bis zu 21 Prozent Verlust

Das Evergrande und generelle China-Exposure hat in diesem Jahr laut dem Datenanbieter in den zehn Fonds zu Verlusten von bis zu 21 Prozent geführt. Insgesamt sollen die zehn Fonds auf Verluste von sieben Milliarden Dollar kommen. Die aktuellen Preise der Evergrande Anleihen liegen bei rund einem Viertel pro Dollar und werden, so DMSA, basierend auf den Fitch Rückzahlungsraten, bei Insolvenz auf fünf Prozent pro 100 Dollar fallen. Daher sei eine weitere Korrektur von sechs Prozent respektive zwei Milliarden Dollar zu erwarten.

„Bei Ausfall von Evergrande würden die genannten Fonds neun Milliarden Dollar insgesamt seit Jahresbeginn verlieren. Hierbei werden noch gut bewertete Immobilienunternehmen, welche auch kurz vor einer Insolvenz stehen könnten, nicht berücksichtigt. Die Verluste der Fonds überschreiten dann die Marke von zehn Milliarden US-Dollar“, erklärt DMSA Senior Analyst Dr. Marco Metzler. Es zeigt auch, dass bei nur 1,2 Milliarden US-Dollar ausgewiesenem offiziellen Evergrande Bond-Exposure die Verluste um das zehnfache deutlich höher sind als das nominelle Bond-Exposure. „Die Differenz lässt sich nur aus möglichen zusätzlichen Investments in andere Bonds von Chinesischen Immobilienentwicklern und Credit Default Swaps (CDS) erklären“, analysiert Dr. Metzler.

Problematisches Sektor-Exposure

„Die Top zehn Fonds halten ein Volumen von 1,2 Milliarden US-Dollar in Evergrande-Anleihen“, so Dr. Marco Metzler. „Es gibt aber noch weitere 236 Millionen US-Dollar Exposure anderer Immobilienunternehmen wie Fantasia und es ist ganz klar, dass die betrachteten Fonds den Sektor Immobilien übergewichtet haben. Sie halten bis zu 45 Prozent in Immobilienanleihen, was ihnen nun womöglich zum Verhängnis wird.“

Nach den Informationen der DMSA sind die Fonds Asian High Yield von Fidelity und UBS diejenigen mit dem höchsten Evergrande-Exposure. In diesen Vehikeln summieren sich year to date die Verluste auf 17 beziehungsweise 21 Prozent. Weiter tauchen in der Liste die Fondsanbieter Ashmore, I-Shares, Pimco, Blackrock, Eastspring und AB mit entsprechenden Produkten auf.

Interessanterweise kommt der Asian Tiger Bond von Blackrock im Jahresverlauf „nur“ auf einen Verlust von 8,27 Prozent, das passive Angebot aus dem eigenen Haus von I-Shares dagegen auf einen Verlust von 15,5 Prozent. Aktuell notieren Evergrande-Anleihen bei 20 bis 30 Prozent.

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