Statement
25. November 2019

Factor Investing: nachhaltige Portfolios entwerfen

Das verstärkte Engagement von Aktivisten hält die politische und öffentliche Diskussion über den Kampf gegen den Klimawandel in Gang. Auch bei der Geldanlage legen Investoren immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit und die Performance dieser Anlagen. Factor Investing ist ein Weg, um attraktive aber trotzdem nachhaltige Anlagemöglichkeiten zu nutzen.

Die Rollen sind vertauscht: Beim jüngsten Klima-Gipfel in New York wirken die Staats- und Regierungschefs wie Nebendarsteller. Stattdessen sind die Augen der Öffentlichkeit auf eine 16-jährige schwedische Aktivistin gerichtet, die vehement den Kampf gegen den Klimawandel einfordert – und dafür sogar den Alternativen Nobelpreis erhält. Damit kommt ein verändertes Denken zum ­Ausdruck, das allmählich Einzug hält – in Gesellschaft, Politik und auch in Strategien zur Geldanlage. Langfristige Trends wie die ­Ressourcenknappheit, der Klimawandel sowie die globale demografische Entwicklung einerseits sowie eine verstärkte Regulierung und die Erwartungen der Gesellschaft andererseits haben branchen­übergreifend Auswirkungen auf die Unternehmen. Je nachhaltiger sie sich aufstellen, um diesen Trends zu begegnen, desto vielver­sprechender erscheinen ihre wirtschaftlichen Perspektiven. Diesen Umstand berücksichtigen nachhaltige Anlagelösungen, die damit auf ein wachsendes Investoreninteresse treffen.

Ineffizienzen des Marktes bieten Anlagechancen

Grundsätzlich gilt an den Kapitalmärkten: Fundamentaldaten und deren Veränderungen beeinflussen die Aktienkurse. Erfolgreiche Investoren versuchen, Ineffizienzen in diesen historischen Beziehungen auszunutzen. Faktorinvestitionen sind eine Möglichkeit, spezifische Merkmale eines Unternehmens zu identifizieren, die mit einem gewünschten Risiko-Rendite-Ergebnis verbunden sind. So könnte beispielsweise ein Unternehmen im Verhältnis zu seinen Vermögenswerten und Erträgen unterbewertet sein oder eine überdurchschnittliche Ertragsqualität aufweisen. Die Wahl einer Anlage unter Verwendung solcher Faktoren kann kostengünstiger und ­potenziell effektiver sein als die passive Verfolgung eines Index.

Berücksichtigung von Umwelt, Sozialem und Governance

Grafik: Die Integration nachhaltiger Kriterien in ein AnlageportfolioAls richtungsweisend gelten zudem Informationen über den Umgang eines Unternehmens mit den Kriterien Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (Environment, Social, Governance, kurz: ESG). ESG-Informationsdaten können neben Faktoreninfor­mationen mit dem Ziel integriert werden, die langfristigen Risiken eines Anlageportfolios zu reduzieren und die Ergebnisse zu verbessern. ESG-Kriterien können bei Investitionsentscheidungen auf vielfältige Weise berücksichtigt werden: Verbesserte ESG-Kenn­zahlen, geringere CO2-Emissionen und geringere Wasserintensität können als Ziele dienen. Bestimmte Anlagethemen können ­vollständig ausgeschlossen werden – wie zum Beispiel Tabak oder Waffen. Vor allem aber kann ein ESG-Investor Investitionsent­scheidungen mit einem aktiven und wirkungsvollen Ansatz der ­Unternehmensführung ergänzen: aktivem Engagement mit Unternehmen und wirkungsvollen Abstimmungen.

Robuste Performance über Konjunkturzyklus hinweg

Mit dem AXA WF Global Factors – Sustainable Equity Fonds hat AXA Investment Managers (AXA IM) nachhaltiges und Faktor-basiertes investieren zusammengefasst. Der Fonds besteht aus ­einem gut diversifizierten Aktienportfolio, das auf nachhaltige, langfristige Renditen abzielt, durch eine Mischung aus den ­Faktoren Qualität und niedrige Volatilität. Diese Mischung aus Qualität und niedriger Volatilität kann dazu beitragen, das Vermögen in ­fallenden Märkten zu erhalten, und gleichzeitig sicherzustellen, dass die ­Strategie mit steigenden Märkten Schritt hält. Das Ergebnis der ­Mischung dieser beiden Faktoren ist ein Portfolio, das darauf ­ausgelegt ist, potenziell eine robuste Performance über den Konjunkturzyklus hinweg zu liefern.

Zudem schafft unser aktiver Ansatz einen weiteren Mehrwert: Zum Beispiel hat die jüngste Popularität von Anlagen mit geringer ­Volatilität dazu geführt, dass einige Aktien teuer wurden; wir ­vermeiden jedoch aktiv die teuersten Aktien. Dieser aktive Umgang mit Faktoren in Verbindung mit der durchdachten Umsetzung von ESG-Überlegungen macht die Strategie, aus unserer Sicht, zu einer wirklich nachhaltigen langfristigen Investition.

Effizienter Zugang zu Risikoprämien

Interview mit Jonathan White, Head of Client Portfolio Management, Rosenberg Equities, AXA Investment Managers

Ist Faktor-Investing aktiv oder passiv?

Wir sind davon überzeugt, dass Faktor-Investing aktiv ist. Es ist eine aktive ­Entscheidung, sich von der Marktkapitalisierung als Ausgangspunkt für die Asset ­Allocation zu lösen. Die Wahl der richtigen Faktormischung zur Erreichung der Anlageziele ist ebenfalls eine aktive Entscheidung. Es ist ein aktiver Ansatz, es braucht aktive Aufsicht und eine aktive Denkweise.

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