Strategien
31. Oktober 2012

Fitch: Europas Multi-Asset-Fonds müssen umdenken

Die Jahre ohne Risikoprämien an den Aktienmärkten haben der SAA geschadet. Nach Ansicht von Fitch werden sich viele Manager nun fundamentalen Ansätzen zuwenden.

Europäische Multi-Asset-Fonds müssen ihre Asset Allocation und ihr Markt-Timing überdenken. Zu diesem Schluss kommt die Rating-Agentur Fitch in ihrem neuen Report, der am 30. Oktober veröffentlicht wurde. Dem Bericht zufolge treffen die durchschnittlichen Renditen der Fonds, die in der Lipper-Datenbank unter der Kategorie „Global Mixed Asset“ eingeordnet sind, über die vergangenen drei Jahre hinweg zwar die Erwartungen und Asset-Liability-Matching-Anforderungen der Investoren besser, bleiben aber noch immer signifikant hinter dem Fünf-Jahres-Horizont zurück. Überraschend ist für Fitch dabei, dass sich Fonds mit einer flexiblen Allokation trotz des größeren Spielraums in ihren Investmententscheidungen besonders schwach entwickelt haben.
Laut Fitch war das Fehlen positiver Risikoprämien in den Aktienmärkten seit 2007 für die langfristige strategische Asset Allocation (SAA) der Multi-Asset-Fonds schädlich. Zudem hätten die volatilen Märkte ohne klare Trends die taktische Asset Allocation beeinträchtigt. Die Diversifikation der Fonds habe indessen unter dem Anstieg der Korrelationen zwischen den Asset-Klassen gelitten. Fitch erwartet, dass sich viele Manager künftig fundamentalen und ungezwungenen Ansätzen zuwenden werden, bei denen die Asset Allocation auf Risikobewertungsprofilen der jeweiligen Anlageklasse basiert, um auf diese Weise den anhaltenden Herausforderungen in Sachen Timing zu begegnen.
Wie Fitch weiter anmerkt, haben die Manager auch damit begonnen, ihren Prozess der Portfoliokonstruktion zu überdenken und effizientere Risikobudgets zu adressieren, um sich vor einer unangemessenen Risikokonzentration zu schützen. Alternative, regelbasierte Konzepte, wie Risk-Parity, Constant Proportion Portfolio Insurance (CPPI), Maximum Diversity oder der Minimum-Varianz-Ansatz, bestimmen die Definition der Allokation und vermeiden eine pauschale Beurteilungen in Richtung riskanter Assets.
Der Fokus auf eine gesamtheitliche Risikobudgetierung führe zu besser ausbalancierten Profilen mit ertragsorientierteren, weniger volatilen Assets, unterstreicht Fitch. Eine regelbasierte Implementierung helfe außerdem dabei, die Asset Allocation zu stabilisieren. Allerdings ist ein regelbasiertes Rebalancing des Portfolios von vergangenen Volatilitäten abhängig. Eine Gewichtung der Allokation hin zu Fixed Income treibt nun vor allem gehebelte Fonds ins Risiko, sollte sich der jahrelange Rückgang der weltweiten Zinssätze umkehren. Eine stabilere Makroökonomie könnte indessen bewirken, dass Aktien mit hohem Beta die Erwartungen übertreffen.
Fitch geht davon aus, dass ein qualitatives Overlay benötigt wird, um die strukturellen Veränderungen und Überreaktionen der Märkte zu erfassen. Eine risikobasierte Allokation sei kein Allheilmittel, könne aber eine Stildiversifikation unter den Portfolien der Investoren herbeiführen. Manager mit einer Mischung aus qualitativem und quantitativen Ansatz scheinen Fitch zufolge am besten positioniert, um die Herausforderungen an die Allokation und das Market-Timing in Multi-Asset-Fonds zu treffen.
portfolio institutionell newsflash 31.10.2012/kbe
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