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25. August 2026

Fitch: Diese südeuropäischen Schuldner sind vorbildlich

Vorbei sind die Zeiten, in denen das Akronym PIIGS in aller Munde gewesen ist. Heute zeigen südeuropäische Länder, wie man Schulden abbaut.

Gute Nachrichten aus Südeuropa: Fitch Ratings hat die Bonitätsnoten von Zypern, Griechenland und Portugal seit dem Jahr 2022 jeweils dreimal hochgestuft; dies ist laut einem neuen Bericht der Ratingagentur vor allem auf einen raschen Abbau der Staatsverschuldung zurückzuführen, der schneller verlaufen sei als im Durchschnitt der Eurozone.

Demnach sanken bei allen drei Staaten die Schuldenquoten (im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt, BIP) von ihren Höchstständen des Jahres 2020 drastisch. Den Angaben zufolge fielen sie deutlich unter das Niveau von vor der Covid-19-Pandemie – im Gegensatz zu dem nur moderaten Rückgang im gesamten Euroraum.

Schuldenquoten im Sinkflug

Laut dem Datenlieferanten Statista lag die Staatsverschuldung Griechenlands in Relation zum BIP im Jahr 2020 bei rekordhohen 209,93 Prozent. Seither ging sie stetig zurück und hatte im vergangenen Jahr geschätzt rund 145,7 Prozent betragen, wie Statista im April 2026 mitteilte.

Auch in Zypern ging die Staatsverschuldung in Relation zum BIP seit dem Rekordhoch von damals 113,6 Prozent (2020) deutlich zurück. Statista gibt die Schuldenquote für 2025 mit rund 55,3 Prozent an. Portugal ist es gelungen, seine Staatsverschuldung von 134,1 Prozent (2020) auf zuletzt rund 89,9 Prozent zu drücken.

Bonitätswächter: Starkes Wachstum ist nicht der einzige Grund für das Comeback

Und auch die Perspektiven stimmen: Fitch hatte im Mai 2026 die Ratings für Griechenland mit „BBB“ (Ausblick: stabil) und für Zypern mit „A-“ (Ausblick: positiv) bestätigt. Zuvor hatten die Bonitätswächter im März 2026 den Ausblick für Portugal auf „positiv“ angehoben, während das Rating bei „A“ bestätigt wurde.

Ein starkes Wachstum trug am meisten zum Schuldenabbau bei, wie Fitch nun anmerkt. Das war jedoch nicht der entscheidende Faktor, der die drei Länder von den anderen abhob: Auch Spanien und Italien profitierten von ähnlichem Rückenwind. Sie verzeichneten aber gegenüber dem Vor-Pandemie-Niveau jeweils nur eine Verbesserung um eine Stufe, während es bei Zypern, Griechenland und Portugal drei Stufen waren.

Die Haushaltspolitik ist entscheidend

Der Unterschied liegt Fitch zufolge in der Haushaltspolitik: Während die drei Länder dauerhafte, politisch gesteuerte Primärüberschüsse erzielten, wies Italien seit 2024 nur geringe Überschüsse aus und Spanien gar keine. Eine Regierung hat einen Primärüberschuss erreicht, wenn ihre aktuellen Einnahmen höher sind als ihre aktuellen Ausgaben (mit Ausnahme der Schuldzinsen).

Allerdings lässt sich diese positive Entwicklung nicht fortschreiben. Laut Fitch lassen die „stützenden Faktoren“ nach: Die Erholung des Tourismus ist abgeschlossen, die Mittel aus der EU-Aufbau- und Resilienzfazilität – dem wichtigsten Finanzierungsinstrument des EU-Wiederaufbaufonds Next Generation EU, das den Mitgliedstaaten Geld für Reformen und Investitionen bereitstellt – erreichen in diesem Jahr ihren Höchststand, und die negativen realen Finanzierungskosten normalisieren sich wieder.

Da diese Impulse wegfallen, müssen die Primärüberschüsse nach Einschätzung der Experten einen größeren Teil der Last des Schuldenabbaus tragen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem deren Aufrechterhaltung angesichts alternder Bevölkerungen, steigender Verteidigungsausgaben und eines schwindenden politischen Konsenses zunehmend schwieriger werde.

Für andere hoch verschuldete europäische Staaten – Österreich, Belgien, Frankreich, Finnland und das Vereinigte Königreich – ergebe sich daraus die Lehre, „dass dauerhafte Bonitätsverbesserungen auf Primärüberschüssen beruhen, die über Jahre und Regierungswechsel hinweg Bestand haben, und nicht allein auf günstigen makroökonomischen Rahmenbedingungen“.

Vorbei sind also die Zeiten, in denen das abwertende Akronym PIIGS für fünf Mitgliedstaaten der Europäischen Union – Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien – Gültigkeit besaß. Sie hatten nach der weltweiten Finanzkrise von 2008 unter schweren Staatsschuldenkrisen und finanzieller Instabilität gelitten.

Kaufkurse: Renditen im Aufwärtstrend

Die Rendite auf Verfall griechischer Staatsanleihen mit zehn Jahren Restlaufzeit liegt derzeit bei 3,919 Prozent (vor einem Jahr: 3,438 Prozent, plus 48,1 Basispunkte (BP)). Zehnjährige Staatsanleihen aus Zypern rentieren mit 3,651 Prozent. Verglichen mit dem Stand von vor einem Jahr (3,06 Prozent) ist das ein Plus von 59,1 BP. Noch weniger bringen portugiesische Govys ihren Anlegern ein: 3,576 Prozent. Im Vergleich mit dem Vorjahreswert (3,159 Prozent) ist die Rendite mit einem Plus von 41,7 BP moderater angestiegen als in Griechenland und Zypern.

Für institutionelle Anleger, die ihren Rentendirektbestand jetzt aufstocken, sind das gute Nachrichten, während die Bestände infolge des Renditeanstiegs gelitten haben dürften.

Zum Vergleich: In Österreich werfen Zehnjährige derzeit 3,463 Prozent ab (i.V.: 3,083 Prozent, plus 38 BP), während Bundesfinanzminister Lars Klingbeil in dem Laufzeitenbereich inzwischen schon 3,2242 Prozent zahlen muss. Vor einem Jahr hatte der Vergleichswert bei 2,7219 Prozent gelegen. Die Differenz beträgt in dem Fall 50 Basispunkte.

Übrigens: Institutionelle Kunden von Universal Investment kaufen auch weiterhin weltweit Staatsanleihen. Das zeigt eine Auswertung der Fonds-Service-Plattform. Demnach summierten sich die Gesamtanlagen in Staatsanleihen dort im ersten Quartal 2026 auf knapp 75,95 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich ist das ein Plus von 8,1 Prozent. Im Vorjahr hatte der Bestand einen Wert von 70,24 Milliarden Euro gehabt.

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