Versicherungen
13. August 2026

Frankfurter-Leben-Gruppe kauft Athora Deutschland

Mit dem Zukauf sieht sich die Frankfurter-Leben-Gruppe in ihrer Position als Spezialistin für Bestandsmanagement gestärkt. Die DWS tritt als Geldgeber auf.

Die Frankfurter-Leben-Gruppe übernimmt den Wettbewerber Athora Deutschland, an dessen Spitze CEO Dr. Immo Querner steht. Zusammen mit den Athora-Beständen wird der Bestandsversicherer für Lebensversicherungen künftig rund 800.000 Kunden und ein Kapitalanlagevolumen von rund 17 Milliarden Euro betreuen.

Entsprechende Pläne waren im Juli durchgesickert. Bloomberg hatte damals gemeldet, Athora prüfe „strategische Optionen“ für sein Deutschlandgeschäft.

Im Zuge der Übernahme, deren Abschluss für Mitte 2027 erwartet werde, erwirbt die Frankfurter Leben Holding GmbH & Co. KG einerseits die Athora Verwaltung GmbH. Andererseits kauft sie die Athora Deutschland Holding GmbH & Co. KG einschließlich ihrer Tochtergesellschaften.

Dr. Christian Wrede, CEO der Frankfurter-Leben-Gruppe, kann sich als Gewinner feiern. Nach der Übernahme der Athora Deutschland hat er einen großen Wettbewerber weniger. Dr. Peter-Henrik Blum-Barth verantwortet bei der Frankfurter Leben als Vorstand und Chief Investment Officer die Kapitalanlagen.

In Deutschland werden von der Athora-Gruppe zurzeit über 133.000 Lebensversicherungsverträge verwaltet. Das Kapitalanlagevolumen beläuft sich auf einen Buchwert von rund 3,9 Milliarden Euro (Stand: 31. Dezember 2024). Die Athora Lebensversicherung verwaltet die Bestände der ehemaligen Delta Lloyd Lebensversicherung, vormals Berlinische, und der Hamburger Lebensversicherung.

Deutsche-Bank-Tochter wird Finanzierungspartner

Mit dem Erwerb der Athora Deutschland sieht sich die 2015 gegründete Frankfurter-Leben-Gruppe in ihrer Position als Spezialistin für Bestandsmanagement gestärkt und trägt nach eigener Auffassung zur Marktkonsolidierung bei. Die DWS Group soll die Transaktion „als langfristiger Finanzierungspartner begleiten und strategisch mit der Frankfurter Leben zusammenarbeiten“.

Der Vermögensverwalter der Deutschen Bank werde als strategischer Finanzierungspartner einen niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag in ein Restricted-Tier-1-Kapitalinstrument der Frankfurter-Leben-Gruppe investieren und damit Hybridkapital zur Verfügung stellen.

R+V sagt Run-off ab

Das Geschäftsmodell dieser Run-off-Plattformen besteht darin, Versicherungsbestände zu übernehmen und effizienter zu managen als klassische Versicherer. Weil die Policen mit der Zeit ablaufen, müssen die Unternehmen immer wieder neue Bestände erwerben, um ihre Größe zu erhalten und zu wachsen. Der ehemalige Exekutivdirektor der Bafin, Dr. Frank Grund, vermutete Anfang 2023, dass das Potenzial für solche Transaktionen bei großen Lebensversicherungsbeständen mittlerweile weitgehend erschöpft sein dürfte.

Abgeblasen ist derweil ein anderer Run-off-Deal: Ende Juli 2026 meldete der „Versicherungsmonitor“, dass die R+V-Versicherung ihre Tochter-Gesellschaft Condor Leben nun doch nicht an den Investmentmanager Acathia Capital verkaufen wolle. Die Gespräche zwischen den beiden Parteien seien ohne Ergebnis beendet worden. Einen neuen Anlauf mit einem anderen Run-off-Anbieter solle es nicht geben.

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