Immobilien
12. Mai 2020

Gesundheitsaktien trotzen Krise

Scope: Auch in drei von vier vorherigen Krisen robuster als Gesamtmarkt. Preissteigerung bei Pflegeimmobilien erwartet.

Im Crash im Februar und März haben sich Aktien aus der Gesundheitsbranche deutlich stabiler als der Gesamtmarkt entwickelt. Im ersten Quartal verzeichneten sie einen Verlust von 9,1 Prozent und damit eine Outperformance gegenüber dem Weltaktienmarkt um 980 Basispunkte. Laut der Ratingagentur entspricht dies dem Muster vergangener Krisen. So haben in drei von vier untersuchten Phasen von Marktstress Gesundheitsaktien besser als der Gesamtmarkt abgeschnitten. 2008/09 war mit minus 25,6 Prozent die Gesundheitsbranche zweiterfolgreichste Branche. Aktuell hebt Scope den Credit Suisse (Lux) Digital Health Equity Fund hervor, der auf das Quartal gesehen lediglich 5,2 Prozent nachgab, der Lacuna Global Health konnte mit 9,7 Prozent den geringsten maximalen Drawdown verzeichnen.

Auf der illiquiden Seite erfreuen sich Pflegeimmobilien zunehmender Beliebtheit unter Investoren. 71 Prozent der Teilnehmer einer von dem Investmentmanager und Projektentwickler durchgeführten Befragung rechnen mit steigenden Preisen für Pflegeimmobilien. Sogar kurzfristig rechnen 40 Prozent trotz der Krise mit einer erhöhten Nachfrage. Langfristiger Treiber ist die demografische Entwicklung: Fast 20 Prozent aller Deutschen sind mindestens 65 Jahre alt, bis 2030 steigt dieser Anteil auf knapp 2030, so Vivum. „Bis zum Jahr 2030 benötigt Deutschland zusätzlich 760.000 Pflegeplätze. Das entspricht einem Investitionsbedarf von rund 90 Milliarden Euro“, schätzt Nico Grimm, Geschäftsführer von Vivum. Für die Umsetzung seien jedoch nicht so sehr bauliche Herausforderungen zu stemmen. Vielmehr werden von 90 Prozent der Befragten die mangelnde Attraktivität der Pflegeberufe und sich daraus ergebende Personalengpässe als größtes Hindernis gesehen. An der Umfrage nahmen 20 Führungskräfte aus den Bereichen Projektentwicklung, Betrieb von Pflegeimmobilien und Betreutem Wohnen, Bewertung, Finanzierung, Vermittlung und Asset Management teil.

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