Immobilien
17. August 2021

Gewerbeimmobilien: Wenig Daten zu Klimarisiken und Preisen

Studie der UNEP-Finanzinitiative zieht Rückschlüsse auf Bewertungen. Einfluss von Klimarisiken auf die Preisfindung könnte zunehmen.

Sie sind „grundlegend und entscheidend für alle Immobilieninvestoren“, doch eine neue Studie der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP FI), der Henley Business School (UK) und der Schulich School of Business, York Universität (Kanada), stellt fest, dass trotz der zunehmenden Besorgnis der Investoren über die Auswirkungen der jüngsten extremen Wetterereignisse ein unvollständiges Bild über die Mechanismen besteht, mit denen sich physische Klimarisiken auf den Wert und die Preisbildung von Vermögenswerten auswirken. Das berichtete zuerst IPE News.

Unter dem Titel „Climate Risk and Commercial Property Values: A review and analysis of the literature“ fanden die Autoren heraus, dass sich Investoren in Gewerbeimmobilien zwar zunehmend des physischen Klimarisikos bewusst sind, wenn sie Anlagen erwerben, entwickeln und modernisieren, dass es aber nur wenige Belege dafür gibt, wie die Gewerbeimmobilienmärkte in der Vergangenheit auf extreme Ereignisse reagiert haben.
Dem Bericht zufolge fanden die Forscher nur wenige Informationen, die Investoren und anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stehen und die „die Wechselwirkung zwischen Klimarisiko, Marktstimmung, Vermögenswert und Preisgestaltung klar umreißen“.

Die Immobilienpreise sinken zwar nach Klimaereignissen, so die Studie, aber in der Vergangenheit war der Rückgang moderat und war nur von kurzer Dauer an Orten, an denen das Bewusstsein für und die Erfahrung mit extremen Wetterereignissen ausgeprägt ist, Erfahrungen mit extremen Wetterereignissen (insbesondere Überschwemmungen und Wirbelstürme/Wirbelstürme). Mögliche Erklärungen sind, dass das Klimarisiko bereits in die Immobilienwerte einkalkuliert wurde oder dass die Preisgestaltung kurzsichtig war, heißt es in dem Bericht. Weiter stellt der Bericht fest, dass es in jüngster Zeit einige wenige Belege dafür gibt, dass bestimmte Ereignisse zu einem lang anhaltenden Rückgang der Preise oder der Liquidität in Regionen führen können, die bisher relativ extremen Wetter- oder Klimaereignissen ausgesetzt waren, oder wo deren Intensität und Häufigkeit merklich zugenommen haben.

Veränderte Käufernachfrage

Die Handelsvolumina oder die Verweildauer auf dem Markt können frühe Signale dafür liefern, wie die Märkte auf Klimaereignisse und -risiken durch geringere Liquidität reagieren, was sich letztlich in den Preisen niederschlagen könnte. Es gibt erste Anzeichen dafür, dass sich die Käufernachfrage als Reaktion auf die Klimarisikoexponierung verändert hat, eher als das Verhalten von Kreditgebern oder Versicherern, obwohl diese folgen könnten.

Der Bericht empfiehlt weitere Arbeiten in den folgenden Bereichen: erstens Verbesserung der Marktüberwachung, zweitens die Gestaltung von Finanz- und Bewertungsmodellierungsverfahren, drittens eine Strategieentwicklung für die Planung öffentlicher und privater Investitionen in die Widerstandsfähigkeit lokaler Gebiete, viertens Forschung zum Aufbau der Evidenzbasis für die Analyse und Offenlegung von Klimarisiken.

Sarah Sayce, Professorin für nachhaltige Immobilien, sagte im Namen des Forschungsteams der britischen Henley Business School: „Wir alle sind von Immobilien abhängig – nicht nur als Wohn- und Arbeitsort, sondern auch in Bezug auf die Rolle, die sie als Heimat für Investmentfonds spielen, von denen unsere Renten und Lebensversicherungen abhängen. Es ist daher unerlässlich, dass wir nicht nur verstehen, wie wir kohlenstofffreie Immobilien bauen können, um sicherzustellen, dass sie nicht weiter zu den Kohlenstoffemissionen beitragen, sondern auch, wie wir sicherstellen können, dass Investoren, Versicherer und Regierungen verstehen, wie sich Klimaereignisse auf die Wertbeständigkeit unserer Immobilien auswirken.“

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