Alternative Anlagen
27. Juni 2012

Gothaer investiert nun auch in Renewables

Schadenversicherung dient als Sprungbrett. Nettoverzinsung im Bereich Leben: vier Prozent.

Der Gothaer Konzern, der als einer der führenden Schaden- und Unfallversicherer für erneuerbare Energien gilt, sieht Renewables nun auch als „wichtiges Investitionsfeld“. Wie Finanzvorstand Jürgen Meisch auf der Bilanzpressekonferenz bekanntgab, wird die Versicherung in enger Zusammenarbeit mit den Experten des Teams „Erneuerbare Energie“ der Gothaer Allgemeine zunächst 500 Millionen Euro in erneuerbare Energien mit Schwerpunkt Europa investieren. In vielen europäischen Ländern, wie Deutschland, Frankreich, Österreich, Belgien und den Niederlanden, ist die Gothaer nach eigenen Angaben der führende Windenergieversicherer. Die Vorteile von Renewables auf der Kapitalanlageseite sieht die Gothaer in attraktiven und planbaren Erträgen, stabilen Cashflows, langen Laufzeiten und in einer geringen Korrelation der Erträge zum Kapitalmarkt.
Als aktuelle Projekte nannte die Gothaer einen Onshore-Windpark in Skandinavien, Repowering-Onshore-Wind in Deutschland und eine große Solaranlage in Ostdeutschland. Partner für diese Investments ist die Prime Renewables GmbH, deren Mutter Prime Capital man mit Seed Money unterstützte. Teil der Strategie ist, sich zunächst auf fertig entwickelte Projekte in Wind-Onshore und Photovoltaik zu beschränken, womit sich die Risiken aus dem Betrieb der Anlagen stark reduzieren. Die Renditeerwartungen bezifferte die Gothaer mit einem IRR von etwa sechs bis acht Prozent – abhängig von Art und Standort der Anlagen. Interessant ist an den Renditeerwartungen neben der Stabilität auch die geringe Korrelation von Wetter, Einspeisevergütungen und Strompreisen zum Kapitalmarkt.
Investments in „Zwischenstaaten“
Im Jahr 2011 konnte die Gothaer das Ergebnis aus der Kapitalanlage um 10,5 Prozent auf 908 Millionen Euro deutlich steigern. Die Nettoverzinsung der Gothaer Leben lag mit vier Prozent wieder auf Marktniveau, nachdem in den beiden Jahren zuvor die Rendite bei 3,5 und 3,8 Prozent lag. Ende Mai war der Gothaer-Konzern zu Anschaffungswerten mit 7,5 Prozent in Piigs-Staatsanleihen investiert. Die unrealisierten Verluste waren mit 213 Millionen Euro bilanziert.
„Um die aktuell sehr unsichere Lage an den Kapitalmärkten abzufedern, investieren wir momentan in erstklassige und langlaufende Pfandbriefe und Covered Bonds und erwerben Staatsanleihen der ‚Zwischenstaaten‘ wie Belgien und Frankreich sowie von Nicht-Euro-EU-Ländern wie Polen und Tschechien. Daneben spielen währungsgesicherte Anleihen aus nicht-europäischen Staaten und qualitativ hochwertige, aber illiquide Kreditinstrumente, wie zum Beispiel besicherte Kredite, AAA-ABS Tranchen und Schuldscheindarlehen, eine wichtige Rolle in unserem Anlageportfolio", so Jürgen Meisch zu den Schwerpunkten der aktuellen Kapitalanlagestrategie. In Risiko-Assets wie Aktien, Hedgefonds und Private Equity will die Gothaer nur noch opportunistisch investieren. Das aktuelle Kapitalmarktumfeld fasst Meisch folgendermaßen zusammen: „Den Euro-Ländern läuft die Zeit davon. Die deutsche Wunschlösung – erst harte Sparzusagen und fiskalische Einflussnahme, dann finanzielle Hilfen – ist nicht mehr realistisch!“ Das Fazit und der Ausblick des Vorstandsvorsitzenden des Gothaer Konzerns, Dr. Werner Görg: „Wir blicken sehr zufrieden auf das Jahr 2011 zurück und widmen uns jetzt den aktuellen Herausforderungen, die sich aus dem Unisex-Urteil und Solvency II ergeben."
portfolio institutionell newsflash 27.06.2012/pe
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