Strategien
6. März 2026

Green, Blue und Pink Finance

Der Markt für nachhaltige Anleihen hat seine Rolle als tragende Säule der Kapitalmärkte im vergangenen Jahr weiter gefestigt und wird zunehmend bunter. Drei Experten betrachten ihn aus unterschiedlichen Perspektiven.

In der März-Ausgabe 2026 beleuchten nun wieder drei Experten aktuelle ESG-Themen. Zu Wort melden sich Axel Wilhelm (Mitglied der Geschäftsleitung, NKI – Institut für Nachhaltige Kapitalanlagen), Studienautorin Katja Scherer sowie Raymond van Wersch (PGGM Investments). Passend zu den Themen, die sie anschneiden, haben wir der Rubrik den Namen „Green, Blue und Pink Finance“ gegeben.

Impacts mit Blue Bonds

Der niederländische Pensionsfondsdienstleister PGGM hat kürzlich sein erstes Impact-Investment in einen sogenannten Blue Bond getätigt. In seinem Beitrag erläutert Senior-Portfoliomanager Raymond van Wersch, wie es dazu kam und warum das Investment für den Pensionsfonds PFZW etwas Besonderes ist.

Er berichtet: „Diese Investition trägt direkt zu den Natur- und Biodiversitätszielen unseres Kunden PFZW bei und zeigt, dass finanzielle Renditen mit einer bewussten, positiven und messbaren Wirkung auf die Wiederherstellung der Natur und die Biodiversität einhergehen können.“ Blue Bonds seien ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie man institutionelles Kapital für nachhaltige, wirkungsvolle Projekte mobilisieren und dabei mindestens marktübliche Renditen erzielen könne, so van Wersch.

ESG-Indizes ohne ausreichenden Impact

„Wenn grüne Finanzierungen die Kapitalkosten emissionsintensiver Unternehmen erhöhen, entstehen Investitionsanreize zur Dekarbonisierung“, schreibt Katja Scherer zum Einstieg in ihren Gastbeitrag und erinnert daran, dass spezielle ESG- und Klimaindizes Kapital gezielt in klimafreundliche Geschäftsmodelle lenken und relative Finanzierungsvorteile schaffen sollen.

Als Benchmarks und Grundlage passiver Nachhaltigkeitsprodukte kommt ihnen eine zentrale Rolle zu. Doch wie groß ist ihr ökonomischer Effekt? Das erfahren Leser im Gastbeitrag. Er nimmt Bezug auf die Studie „ESG/Climate vs Conventional Indices: Their Difference in Climate Premium“ (mit Dr. Bernd Scherer). Darin analysieren die Studienautoren 420 ESG- und Klimaindizes im Vergleich zu ihren Mutterindizes.

Die Neuigkeiten bei nachhaltigen Bonds

Kommen wir zum dritten Thema, einem Rück- und zugleich Ausblick von Axel Wilhelm. Das Mitglied der Geschäftsleitung im NKI – Institut für Nachhaltige Kapitalanlagen schreibt: „Der Markt für nachhaltige Anleihen hat seine Rolle als tragende Säule der Kapitalmärkte 2025 weiter gefestigt.“

Zwar sei das globale Emissionsvolumen mit knapp einer Billion US-Dollar unter dem Vorjahr geblieben, doch das ausstehende Gesamtvolumen von rund sechs Billionen US-Dollar verdeutliche die strukturelle Bedeutung von Green, Social und Sustainability-linked Bonds für institutionelle Portfolios, meint Wilhelm. „Was vor zehn Jahren noch Nische war, ist heute Kernbestandteil strategischer Asset-Allokationen.“

Der Ausblick bleibe jedoch ambivalent, so Wilhelm. „Einerseits treiben Taxonomie, Standardisierung und Berichtspflichten die Nachfrage der Investoren nach glaubwürdigen nachhaltigen Titeln. Andererseits drohen Bürokratie und politische Unsicherheiten, die Dynamik zu bremsen.“

Die vollständigen Analysen der drei Gastautoren finden Sie in unserer ESG-Rubrik und zwar hier.

Autoren:

Schlagworte: | | | |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert