Traditionelle Anlagen
9. September 2020

Größere EM-Quoten geplant – aber nicht unbedingt jetzt

Vontobel-Studie zeigt steigenden Appetit auf Schwellenländer. Pandemie schlägt auf Magen.

Institutionelle Investoren schätzen Emerging Markets. Sie haben jedoch auch Respekt vor den Risiken, die mit den Märkten außerhalb Europas und Nordamerikas verbunden werden. Diese Einstellungen bestätigt eine aktuelle Studie von Vontobel, für die im April/Mai 2020 300 institutionelle Investoren und Vermögensverwalter in 18 Länder befragt wurden.

Es sind vor allem Renditehunger und Diversifikationsziele, die 65 Prozent der Befragten dazu motivieren, ihr EM-Aktien-Exposure auszubauen. 59 Prozent planen, ihr EM-Renten-Exposure zu vergrößern. „Dank“ Corona ist den Anlegern jedoch zunächst einmal der Risikoappetit vergangen. Die Auswirkungen von Covid-19 bereiten gleich 88 Prozent Sorgen, 35 Prozent wollen wegen des Virus ihre EM-Allokation langsamer als geplant aufbauen. Ein knappes Drittel plant sogar, die Schwellenländer-Quoten wegen der Pandemie in den nächsten zwölf Monaten zu reduzieren.

Die auch wegen der Pandemie befürchteten höheren Volatilitäten von Assets der Schwellenländer sind vor allem für passive Investoren ein Problem. „Abschwünge zeigen, wie wertvoll aktive Manager für Anleger sind. Eine gute Selektion kann Kunden sehr viel Geld sparen“, sagt Carly Moorhouse vom (aktiven) Investment Manager Quilter Cheviot. Aktives Management verhilft auch zu einer besseren Diversifikation im Vergleich zu EM-Indizes. Laut dem Vontobel-Research haben 60 Prozent der Investoren für die Emerging Markets ein Risikobudget definiert. Sowohl für Aktien als auch Fixed Income empfiehlt es sich, diese absoluten und relativen Budgets großzügig zu gestalten, um nicht zu früh verkaufen zu müssen. Zudem empfehlen Studienteilnehmer, auf die Liquidität zu achten.

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