Investoren
3. Juli 2026

Großanleger wittert Chancen bei Studentenwohnheimen

Der Pensionsfonds Aware Super und der Immobilienspezialist Tribera wollen in Deutschland eine Milliarde Euro in Wohnungen für Studenten investieren. Ein erhebliches Unterangebot treffe auf eine wachsende Nachfrage.

Studentenwohnungen sind für institutionelle Anleger auch weiterhin eine spannende Anlageklasse. Das belegen nun auch die Pläne des australischen Pensionsfonds Aware Super. Der Großanleger mit einem verwalteten Vermögen von umgerechnet rund 148 Milliarden Euro und der Immobilienspezialist Tribera gehen eine Partnerschaft ein.

Deren Ziel sei es, eine Plattform für studentisches Wohnen in Deutschland aufzubauen. Dazu stehe ein Investitionsvolumen von insgesamt über einer Milliarde Euro zur Verfügung. Das Kapital solle starke, langfristige und risikoadjustierte Renditen erzielen, heißt es.

Gesellschafter von Tribera sind Macquarie Asset Management sowie Firmenchef und Mitgründer Justin Hamer. Macquarie Asset Management war im Juli 2025 bei Tribera eingestiegen.

Studentenwohnungen in zentralen Lagen

Die Plattform werde sich auf hochwertige Immobilien für studentisches Wohnen in zentralen Lagen in den wichtigsten deutschen Märkten konzentrieren, heißt es. Das betrifft neben Berlin und München auch Hamburg, Köln sowie Frankfurt am Main. Die Partner wollen in Immobilien über das gesamte Risikospektrum hinweg investieren. Ziel sei es, „langfristig Wertpotenziale zu erschließen“.

Innerhalb der Partnerschaft übernimmt Tribera das Asset Management, also die strategische, wertorientierte Steuerung der Immobilien. Außerdem kümmern sich die Spezialisten um die operative Bewirtschaftung sowie die kaufmännische und technische Betreuung der Objekte. Ferner liegt die strategische Weiterentwicklung der Liegenschaften in den Händen von Tribera. Zum 31. März 2026 „verwaltete“ das Unternehmen den Angaben zufolge mehr als 11.000 Betten in acht europäischen Ländern.

Erfolgreich studieren und ins Berufsleben starten

Typisch für den Ansatz von Tribera ist es, die Vernetzung der studentischen Bewohner zu fördern. Man schaffe Orte, an denen das Studium erfolgreich absolviert werden könne und an denen der erfolgreiche Übergang von der Universität ins Berufsleben gelinge.

Nach Einschätzung von Tribera-CEO Justin Hamer unterstreiche die Gründung dieser neuen Partnerschaft „das Vertrauen, das globale Investoren sowohl in die grundlegenden Eckdaten des deutschen Marktes für Studentenwohnraum als auch in Triberas Vision einer Neugestaltung des urbanen Wohnens setzen“.

In seinem Statement verdeutlicht Hamer, dass er den Partnern darum gehe, „in wichtigen deutschen Städten gemeinschaftsorientierte Wohnräume zu schaffen, die Innovation, Nachhaltigkeit und Kundenservice nahtlos miteinander verbinden“.

Mathieu Elshout, Head of International und Senior Portfolio Manager Property – UK bei Aware Super, sagt: „Der deutsche Markt für speziell errichtete Studentenunterkünfte bietet genau jene strukturelle Chance, auf die unsere globale Anlagestrategie abzielt: ein erhebliches Unterangebot, eine starke und wachsende Nachfrage sowie einen attraktiven Einstiegszeitpunkt, da sich der Markt zunehmend institutionalisiert.“

Im Mai 2025 hatten wir berichtet, dass an Wohnimmobilien im Portfolio offenbar kein Weg vorbeiführt. In einer Umfrage des weltweit tätigen Immobilienberaters Cushman & Wakefield gaben damals achtzig Prozent der Investoren im europäischen Wohnsektor an, dass sich ihre Allokation in den nächsten fünf Jahren erhöhen werden. Studentenwohnungen und der private Mietsektor wurden im „European Living Investor Survey 2025“ als Hauptanlageziele genannt. Der Report spiegelte das Stimmungsbild institutioneller Investoren wider, die weltweit Gewerbeimmobilien von zusammengerechnet mehr als 1,4 Billionen Euro verwalten.

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