Alternative Anlagen
14. September 2020

Hedgefonds wachsen stark

Verwaltetes Vermögen nun bei über drei Billionen Euro. Feri: Nachhaltigkeit hilft Branche.

Die Anzahl der Hedgefonds hat sich in den vergangenen zwölf Jahren beinahe verdoppelt, und das verwaltete Vermögen ist im Laufe des Jahres 2020 weltweit erstmalig über die Schwelle von drei Billionen Euro gestiegen. Einzelne Strategien konnten durch die sprunghaft gestiegene Marktvolatilität hohe Gewinne erzielen. Dies erfuhren vergangene Woche die Teilnehmer des 9. Feri Hedgefonds Investmenttags.

Die Anlageklasse sei heute insgesamt stabiler, auch weil die Branche aus den Fehlern der großen Finanzkrise gelernt habe, Anleger weltweit stark investiert hätten und strukturelle Veränderungen auf den Weg gebracht worden seien. „Die Corona-Krise hat gezeigt, dass Investoren mit Arbitrage-Strategien, die auf Preisdifferenzen oder den Eintritt bestimmter Ereignisse spekulieren, generell bessere Ergebnisse, mit geringerer Volatilität, erzielen konnten als der breite Aktienmarkt“, sagte Marcus Storr, Head of Alternative Investments bei Feri.

Institutionelle Anleger suchen in Zeiten niedriger Zinsen verstärkt nach renditestarken alternativen Investments. „Hedgefonds sind inzwischen sowohl bei privaten als auch bei institutionellen Investoren ein unverzichtbarer Bestandteil der Allokation. Die Performance der Hedgefonds im Jahr 2020 zeigt, dass deren Strategien auch bei Marktverwerfungen wie der Corona-Krise funktionieren“, sagte Dr. Dirk Rüttgers, Vorsitzender des Vorstandes Do Investment AG.

Hedgefonds punkten beim Thema Nachhaltigkeit

Die Flexibilität und Variabilität der Anlagekonzepte werde sich auch beim Thema Nachhaltigkeit als Vorteil erweisen. Die von der Politik geforderte stärkere Beachtung von Nachhaltigkeitskriterien dürfte Hedgefonds zusätzlichen Auftrieb geben. Generell seien Hedgefonds gut auf die Herausforderungen durch das Nachhaltigkeitsregime vorbereitet. Da es keinen einheitlichen Nachhaltigkeits-Standard für die Investmentbranche gebe, sei mit Bewertungsineffizienzen bei diesem Thema zu rechnen, die Hedgefonds gewinnbringend nutzen könnten. „Gute Hedgefonds-Manager erkennen Ineffizienzen bei der Preisbildung schneller als der Investmentmainstream und schlagen Kapital daraus. Die gesetzliche Regulierung wirkt deshalb wie eine neue Renditequelle“, so Storr. Mit dem Instrument des „Short Selling“ besitze die Branche zudem einen starken Anreiz, Unternehmen, die gegen die Corporate Governance Regeln verstoßen oder gar betrügerisch agieren, aufzudecken.

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