Traditionelle Anlagen
25. Juli 2019

High Yield Bonds legen im Juni zu

Emissionsvolumen beläuft sich im Juni auf 28,5 Milliarden US-Dollar. Europäische Neuemissionen bei 22 Millarden Euro im zweiten Quartal.

Der Markt der High-Yield-Anleihen ist dem Asset Manager Swisscanto Invest zufolge im bisherigen Jahresverlauf von Höhen und Tiefen geprägt. „Nach dem Dämpfer im Mai verzeichneten US-amerikanische und europäische High-Yield-Bonds im Juni ihre stärkste Performance seit Januar, da der Schwenk von Fed und EZB hin zu einer moderaten Geldpolitik sowie die Entspannung im Handelskrieg den Risikoappetit anregten“, heißt es in einer Pressemitteilung. So betrug das Emissionsvolumen im Juni laut Swisscanto Invest insgesamt 28,5 Milliarden US-Dollar. Infolgedessen stieg das Brutto- und Nettovolumen bei US-High-Yield-Bonds um elf Prozent. „Gleichzeitig erholten sich die Emissionsvolumen bei den europäischen High-Yield-Anleihen nach einem schwachen Jahresstart im zweiten Quartal mit Neuemissionen im Umfang von 22 Milliarden Euro“, so Roland Hausheer, Experte für Hochzinsanleihen bei Swisscanto Invest. „Seit Jahresanfang war am Markt für High-Yield-Bonds ein steter Nettoneugeld-Zufluss zu beobachten, wobei beinahe 15 Milliarden Dollar in US-High-Yield-Anleihen und 1,3 Milliarden Euro in High Yield Bonds aus der EU flossen. In der Folge stieg die Nachfrage nach High-Yield-Anleihen an und es entstand ein äußerst vorteilhafter technischer Rahmen. Insbesondere nach den Ankündigungen der Zentralbank im Juni, die auf eine moderate Geldpolitik hindeuteten, verbuchten High-Yield-Fonds starke Zuflüsse.“

Ausfallraten weiter unter zwei Prozent

High-Yield-Unternehmen verzeichneten Swisscanto zufolge solide fundamentale Kennzahlen im Jahr 2018. Im ersten Quartal 2019 wiesen ihre Bonitätskennzahlen dagegen auf eine Verschlechterung hin. „Ein einziges Quartal lässt nur selten Rückschlüsse auf einen Trend zu, das negative Signal rechtfertigt jedoch eine sorgfältige Beobachtung, insbesondere vor dem Hintergrund des schwächeren Makroumfelds“, so Hausherr. „Gleichzeitig war ein Anstieg der Ausfallraten in der ersten Hälfte des Jahres 2019 festzustellen, und zwar sowohl in den USA als auch in Europa, allerdings ausgehend von einer äußerst niedrigen Vergleichsbasis.“

Die Ausfälle lägen aber weiterhin unter zwei Prozent und damit deutlich unterhalb des langfristigen Durchschnitts, der im mittleren dreiprozentigen Bereich rangiere. „Aus unserer Sicht sind die Fundamentaldaten der High-Yield-Unternehmen insgesamt betrachtet weiterhin in guter Verfassung bei geringerer, aber dennoch positiver Ertragsdynamik und solider Profitabilität – und der Deckungsgrad der Zinskosten befindet sich weiterhin auf historischem Höchststand“, so Hausheer. „Falls die Zentralbanken die in sie gesetzten Erwartungen enttäuschen, könnte die Volatilität zunehmen. Unserem Basisszenario zufolge können die aktuellen Bewertungen unterstützt bleiben, solange sich die Wachstumserwartungen stabilisieren und die Zentralbanken Schützenhilfe leisten.“

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