Hohe Finanzstabilitätsrisiken treffen auf robustes Finanzsystem
GDV setzt sich mit den „Financial Stability Perspectives“ auseinander. Systemische Risiken von Private Credits sind begrenzt.
Die Lage der Finanzstabilität erörtert die neue Ausgabe der „Financial Stability Perspectives“ des GDV. Der Versicherungsverband sieht den Beginn dieses Jahres durch hohe Finanzstabilitätsrisiken geprägt. Zwar habe sich das Finanzsystem bislang bemerkenswert robust gegenüber den geopolitischen Umbrüchen des vergangenen Jahres gezeigt. Die anhaltend hohe politische Unsicherheit und die zunehmende geoökonomische Fragmentierung würden jedoch zu einem deutlichen Anstieg der systemischen Risiken führen. Hinzu komme eine hohe Veränderungsdynamik durch die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Gleichzeitig haben sich im Jahr 2025 mit den hohen Bewertungen von Technologiewerten und dem Anstieg der Staatsschulden zentrale Verwundbarkeiten im Finanzsystem weiter vergrößert.
Zinsstrukturkurve hilft Versicherungen
Allerdings: Laut dem Finanzstabilitäts-Report bleiben die Risiken für den Versicherungssektor weiterhin moderat. Solide Solvenzquoten und eine sicherheitsorientierte Kapitalanlage würden die Stabilität des Sektors stützen. Als langfristige Investoren profitieren Versicherer zudem von der normalisierten Zinsstrukturkurve und höheren Laufzeitprämien. Aber auch für die Versicherungsunternehmen bringe die komplexe Risikolandschaft große Herausforderungen mit sich. Neben den geopolitischen Risiken sind dabei insbesondere Digitalisierungs- und klimabezogene Risiken im Fokus.
Ein Abschnitt des Reports befasst sich mit Private Credits. Wie die Autorin Dr. Anja Theis schreibt, kommen Eiopa und IAIS, also die internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher, zu dem Ergebnis, dass aufgrund des moderaten Anteils an Kapitalanlagen und der überwiegend guten Kreditqualität die systemischen Risiken aus den Private-Credit-Anlagen der Versicherer begrenzt sind. Potenzielle Verwundbarkeiten identifiziert die Eiopa insbesondere im Hinblick auf sektorale und geografische Konzentrationen aufgrund eines „Home Bias“ bei weniger liquiden Assets.
Autoren: Patrick EiseleSchlagworte: Risikomanagement
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