Immobilien
10. Juli 2020

Hotelinvestments sinken um 27 Prozent im ersten Halbjahr

CBRE: 1,2 Milliarden Euro in H1 2020. 77 Prozent des Kapitals wurden im ersten Quartal allokiert.

Am deutschen Hotelinvestmentmarkt wurden im ersten Halbjahr 2020 1,2 Milliarden Euro investiert. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Rückgang um 27 Prozent. Mit 77 Prozent entfällt der Großteil des allokierten Kapitals auf das erste Quartal, das noch nicht so stark von den Auswirkungen der Pandemie betroffen war. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Analyse des globalen Immobiliendienstleisters CBRE.

„Die Zurückhaltung vieler Investoren im zweiten Quartal hinsichtlich Hotelimmobilien ist angesichts der großen Auswirkungen der Pandemie auf das Hotelgeschäft kaum überraschend. Für die meisten klassischen institutionellen Investoren ist es derzeit schwer, Hotelankäufe in ihren Gremien positiv zu bescheiden. Ausnahmen bilden Hotels im Core-Segment, die wegen ihrer Krisenresistenz weiterhin zu hohen Preisen gehandelt werden“, sagt Olivia Kaussen, Head of Hotels bei CBRE in Deutschland.

Fokus auf Core und Core+

In den ersten beiden Quartalen 2020 entfielen 89 Prozent der Investitionen auf Core- beziehungsweise Core-Plus-Immobilien. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist dies ein Anstieg um 13 Prozentpunkte. Aufgrund des geringen Transaktionsvolumens im zweiten Quartal kann eine belastbare Spitzenrendite aktuell nicht errechnet werden. „Wir erwarten jedoch zumindest einen vorübergehenden Anstieg der Spitzenrendite für Hotelimmobilien“, so Kaussen.

Berlin aktivester Einzelmarkt

Der Fokus des Marktgeschehens lag im ersten Halbjahr auf Immobilien mit drei oder vier Sternen, die zusammen mehr als 90 Prozent des Marktgeschehens darstellten. Während Vier-Sterne-Immobilien im Vergleich mit dem Vorjahr ihren Marktanteil mit 58 Prozent halten konnten, bauten Drei-Sterne-Hotels ihren Marktanteil nicht nur um elf Prozentpunkte auf 33 Prozent aus, sondern waren zudem die einzige Sterne-Kategorie, in der das Transaktionsvolumen auch absolut anstieg. 

Aktivster Einzelmarkt im ersten Halbjahr war Berlin mit 296 Millionen Euro. Auf alle Top-7-Städte entfiel mit 622 Millionen Euro dabei rund die Hälfte des gesamten Hotelinvestitionsvolumens in Deutschland. Dies ist im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 ein Rückgang um 30 Prozent.

„Mit der sich verbessernden Situation im deutschen Hotelgeschäft, wie wir sie aktuell ja bereits erleben, dürfte im weiteren Jahresverlauf auch das Geschehen am Hotelinvestmentmarkt wieder anziehen. Unsere Gespräche am Markt zeigen zudem, dass die meisten Akteure von der mittel- bis langfristigen Attraktivität der Asset-Klasse Hotelimmobilien überzeugt sind“, sagt Kaussen. „Zu einer Herausforderung für den Markt könnte jedoch die recht große Projektpipeline werden, da die Fertigstellungen der meisten neuen Objekte vor der vollständigen Markterholung erfolgen dürfte. Eine Folge der Pandemie wird jedoch sein, dass die Themen Betriebsrisiko, Liquidität und Bonität des Betreibers stärker in den Fokus der Investoren rücken. Zudem werden Betreiber darauf abzielen, zukünftige Pandemien und vergleichbare Risiken mit den Investoren von vornherein auch vertraglich zu teilen.“

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