Immobilien
16. September 2021

Hotels leiden weiter unter Pandemie

CBRE: Rückgang der Übernachtungen im 1. Halbjahr 2021 um 35 Prozent. Vollständige Erholung erst 2024 erwartet.

Hotels waren neben Shopping Centern am stärksten von den Auswirkungen der Pandemie betroffen – und sie sind es noch. Wie Zahlen des Immobiliendienstleisters CBRE zum deutschen Hotelmarkt belegen, hat die erhoffte Erholung bei den Übernachtungszahlen im ersten Halbjahr 2021 nicht stattgefunden, was an Reisebeschränkungen und Quarantänemaßnahmen liege. Demnach lag die Gesamtzahl der Übernachtungen 34,7 Prozent unter dem ersten Halbjahr 2020. Dafür gab es im Sommer 2021 einen schnellen Anstieg der Freizeitnachfrage und die Ferienhotels in beliebten Reisezielen waren fast vollständig ausgebucht. Diese rasante Erholung der Freizeitnachfrage habe zu einem verstärkten Interesse inländischer institutioneller Investoren im Resort-Sektor und in Städten mit starker Wochenendnachfrage geführt. „Größter Lichtblick des deutschen Hotelmarktes ist die verhältnismäßig geringe Abhängigkeit von der internationalen Reisetätigkeit speziell in den B und C Städten und im Tourismus“, sagt Olivia Kaussen, Head of Hotels Germany bei CBRE. Mit einem Anteil von mehr als 80 Prozent an den Gesamtübernachtungen ist die Hotellerie in Deutschland seit jeher stark von der Inlandsnachfrage abhängig. Die meisten der Top-7-Märkte weisen jedoch eine große Abhängigkeit von internationalen Reisen auf. Entsprechend deutlich rückläufig war in diesen Städten der Umsatz pro verfügbarem Zimmer.

Core-Immobilien punkten bei Investoren

Auch die Investitionen in Hotelimmobilien haben sich dem Bericht zufolge im vergangenen Jahr ungefähr halbiert und haben sich in 2021 bisher auf diesem Niveau stabilisiert. Nichtsdestotrotz sei die Nachfrage nach Hotelakquisitionen weiterhin hoch, vor allem von strategischen Hotelinvestoren. Diese Investoren konzentrieren sich vor allem auf Core-Immobilien, die von guten Pächtern betrieben werden, schreibt CBRE in seinem Report.

Hotelpipeline gut gefüllt

„Wir gehen davon aus, dass es je nach Hoteltyp und Standort bis 2023 oder 2024 dauern wird, bis die Hotels wieder auf ihr Vor-Pandemie-Niveau zurückkehren“, erwartet Stefan Strebl, Senior Consultant Hotels bei CBRE. „Insbesondere große Kongresse und Messen brauchen den internationalen Flugverkehr, um wieder normal zu funktionieren. Zudem weisen die meisten der Top-7-Märkte in Deutschland für die kommenden zwei bis drei Jahre eine erhebliche Hotelpipeline auf, was zu einem entsprechenden Wettbewerb zwischen den Betreibern führen wird. Denn auch wenn einige Entwicklungen im frühen Planungsstadium aufgrund der Pandemie gestrichen wurden, werden die meisten Hotels, die sich derzeit in der Endplanung oder im Bau befinden, wahrscheinlich realisiert werden“, prognostiziert Strebl.

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