Alternative Anlagen
29. Oktober 2012

Hypothekendarlehen sollen Rendite bringen

In fünf Jahren wird ein Viertel aller europäischen erstrangigen Immobilienkredite von institutionellen Investoren und Spezialfonds stammen. Diese Einschätzung vertritt AEW Europe.

AEW beruft sich auf „konservative Schätzungen“, wonach derzeit in Europa jährlich rund 100 Milliarden Euro erstrangige Kredite für hochwertige gewerbliche Immobilien vergeben werden. Bei dem auf die Verwaltung von Immobilienfonds und Einzelmandaten spezialisierten Asset Manager ist man überzeugt davon, dass das Volumen bis 2017 auf etwa 130 Milliarden Euro pro Jahr ansteigen wird. Davon könnten institutionelle Investoren, wie Versicherungen und Pensionsfonds, ein Viertel übernehmen. Aufgrund des schwachen europäischen Wirtschaftswachstums und der damit einhergehenden vorsichtigen gewerblichen Investitionstätigkeit ist der bisherige Höhepunkt des Investmentmarktes im Jahr 2007 noch in weiter Ferne. Damals summierte sich die Kreditvergabe auf 250 Milliarden Euro. 
Nach Angaben von Mahdi Mokrane, Leiter der Abteilung Forschung und Strategie für AEW Europe, ist auf dem europäischen Markt für gewerbliche Immobilienfinanzierung eine tiefgreifende Veränderung zu verzeichnen. „Da sich die Hypothekenbanken aus diesem Segment zunehmend zurückziehen, werden Versicherungen und spezialisierte Kreditfonds bemüht sein, von dieser Lücke zu profitieren“, urteilt Mokrane. Aufgrund von Erfahrungen in den USA in den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts geht der Experte davon aus, dass auch in Europa Institutionen im großen Umfang auf den Markt treten werden. „Es ist gut möglich, dass in den nächsten fünf Jahren etwa 25 Prozent aller erstrangigen Kredite aus dieser Quelle stammen“, lautet Mokranes Einschätzung.
Seine Argumentation fußt auf der Ertragsschwäche im aktuellen Niedrigzinsumfeld: Institutionelle Investoren würden von der derzeit erzielbaren Nettorendite von über vier Prozent angelockt und auch „von erstklassigen Vermögenswerten mit kreditwürdigen Mietern“. Zum Vergleich zieht er vorrangige Unternehmensanleihen heran, die aktuell 2,4 Prozent Rendite böten. Eine Mischung aus britischen, französischen und deutschen Staatsanleihen rentiere mit 0,8 Prozent. Um in etwa die gleichen Erlöse wie bei erstrangigen Immobilienkrediten zu erzielen, müssten sich Investoren mit einem wesentlich höheren Risiko auf Kredite für kleine europäische Unternehmen ausrichten, konstatiert AEW.
portfolio institutionell newsflash 29.10.2012/tbü
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