Pensionsfonds
14. November 2018

Im hohen Norden niedrige Kosten

Pensionsfonds Alecta aus Schweden und PFA aus Dänemark setzen auf Nachhaltigkeit. Ziel: niedrige Gebühren.

Anfang November traf sich die Investmentbranche auf zwei wichtigen Konferenzen, der des eigentümergeführten Asset Managers Lupus ­alpha in der Alten Oper in Frankfurt und der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken Union Investment in der Mainzer Rheingoldhalle. Beide waren auch international hochkarätig besetzt.

Die geladenen Vertreter von skandinavischen Pensionsfonds sprachen­ davon, was sie über Kosten und Nachhaltigkeit denken. So stellte bei Lupus alpha der schwedische Pensionsfonds Alecta seine Arbeit vor, für den beide Faktoren eine zentrale Rolle spielen. Der Fonds, dessen Eigentümer seine Kunden sind, hat ein Gesamtvolumen von umgerechnet rund 84,78 Milliarden Euro und ist zu 41 Prozent in Equities investiert. Man halte Aktien an etwa 100 Unternehmen, in deren Top Ten der Pensionsfonds im Schnitt schon seit 42 Jahren investiert sei. Das Management verfolge dabei drei Ziele: Die Kunden abzusichern und zufriedenzustellen, eine hohe Kosteneffizienz zu gewährleiten und kräftige Renditen aus einer starken finanziellen Position heraus zu erzielen. Man wolle die Unternehmen verstehen, in die man investiert sei, sagte CEO Magnus Billing. Verstehen, wie sie ihr Geschäftsmodell entwickelt haben und wie sie Wertzuwächse erwirtschaften. Alecta habe zum Ziel, ein verantwortungsvoller Eigentümer im Sinne der Nachhaltigkeit zu sein. Alecta investiere im Transportsektor, in Energieprojekte und Wohnungen. Außerdem war Alecta mit Magnus Billing an der High Level Expert Group on Sustainable Finance (HLEG) beteiligt, deren Empfehlungen nun in einen Vorschlag der EU-Kommission gegossen werden, der im kommenden Jahr ­vorgelegt werden soll. Bei der Kosteneffizienz strebe man eine weltweit ­führende Rolle an. So reduziere eine Gebühr von einem Prozent, über ein Arbeitsleben verteilt, das Kapital des Rentners um 25 Prozent, bei drei Prozent schmälere es sich um die Hälfte, so rechnet Alecta auf seiner Homepage vor. Die Management Expense Ratio lag in 2017 und 2016 bei 0,06 Prozent. Der Fonds ist nach eigenen Angaben der fünftgrößte­ Anbieter von Betriebsrenten in Europa.

Der dänische Pensionsfonds PFA liegt mit umgerechnet rund 80,4 Milliarden Euro an Assets under Management in 2017 gleichauf zu seinem schwedischen Nachbarn. Nach Angaben von CEO Allan ­Polack verwaltete der Fonds in diesem Jahr rund 85 Milliarden Euro. Auch dieser Fonds ist kundeneigen und wurde bereits 1917 gegründet. Das Defined-Benefit-Versprechen gestalte sich im Niedrig-Zins-Umfeld­ als besonders schwierig, daher werde man verstärkt auf ­ Verträge mit Defined-Contribution setzen. Das Management reduziert außerdem die Kosten insbesondere bei den alternativen Anlagen. So gehe man bei Infrastruktur-Projekten wie Windrädern und PV-Anlagen verstärkt in Direktinvestments, um die Kosten zu senken. Außerdem habe man 20 eigene Experten im Haus, die sich von der ­Governance über die IT bis hin zum Reporting um alle Feinheiten der Kapitalanlage kümmern. Der PFA ist einer von neun Pensionsfonds, die am dänischen Markt in Wettbewerb stehen. Auch Wohnungen halte der Fonds, da sie geringes Risiko bedeuten.

 

 

Autoren:

Schlagworte: |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.