Immobilien
14. April 2026

Immobilienfinanzierer blasen Trübsal

Durchschnittsmarge für Bestandsfinanzierungen bei 169 Basispunkten. Loan-to-Value liegt im Schnitt über alle Nutzungsarten hinweg bei 63,52 Prozent.

Gedämpfte Stimmung unter gewerblichen Immobilienfinanziers: Der neu kalibrierte Wert des BF-Quartalsbarometer zeigt einen Wert von aktuell minus 9,74 Punkten und damit eine stark eingeschränkte Finanzierungsbereitschaft an. Fast 27 Prozent der 33 befragten Experten sahen in den vergangenen drei Monaten eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen und lediglich fünf Prozent eine Verbesserung.

Da die Befragung vom 16. Bis 20 März stattfand, erklärt sich der Barometerstand auch mit dem Iran-Konflikt. Professor Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der International Real Estate Business School und wissenschaftlicher Berater des BF-Quartalsbarometers, sagt, dass die Märkte bislang erstaunlich gelassen auf den Iran-Konflikt reagiert haben: „Doch diese Gelassenheit ist zunehmend fragil. Meiner Meinung nach ist ein Szenario aus stagnierendem Wachstum und gleichzeitig höherer Inflation wahrscheinlicher geworden. Für die Immobilienfinanzierung ist derzeit weniger das absolute Zinsniveau das Problem als ein Zinsumfeld, das jederzeit erneut instabil werden kann.“

Beim Neugeschäft im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierung berichten knapp 73 Prozent der Befragten von einer Stagnation, während gut 27 Prozent ein wachsendes Geschäftsvolumen verzeichnen. Die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsinstrumenten im Vergleich zum klassischen Bankdarlehen nahm nach Angaben von 41,2 Prozent der Befragten gegenüber dem vierten Quartal 2025 zu. Die größte Nachfrage gebe es dabei nach Real Estate Private Equity.

Auf die Frage, wie sich die Quote der Non-Performing-Loans (NPLs) im Vergleich zum vergangenen Quartal entwickelt habe, gaben 32 Prozent an, dass die Quote abgenommen habe, wogegen nur 18 Prozent von einer Zunahme berichteten. Bei 41 Prozent blieb die Quote gleich, die übrigen machten keine Angabe. Fabio Carrozza, Vertriebsvorstand der BF Direkt AG, kommentiert: „Einerseits sind tendenziell sinkende NPL-Quoten ein Indiz für eine bessere Lage am Finanzierungsmarkt, andererseits spiegelt das auch das Ausgangsniveau wider, das wir mittlerweile erreicht haben.“

Margen mit großen Spannbreiten

Bei der Finanzierung von Bestandsimmobilien ergibt sich über alle Nennungen hinweg eine durchschnittliche Marge von 169 Basispunkten, wobei Wohnimmobilien mit durchschnittlich 144 bp die geringste Marge aufweisen. Dagegen liegen Finanzierungen von Bürogebäuden mit im Schnitt 181 bp am oberen Ende. Der durchschnittliche Loan-to-Value bei Bestandsfinanzierungen betrage über alle Nutzungsarten hinweg 63,52 Prozent.

Bei der Finanzierung von Projektentwicklungen liege die durchschnittliche Marge bei 262 Basispunkten, wobei die Einzelwerte eine Bandbreite von 110 bis 800 Basispunkten umfassen. Der durchschnittliche Loan-to-Cost bei Projektentwicklungen erreiche 71,32 Prozent.

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