Immobilien
30. April 2020

Immobilienfonds erwarten temporäre Effekte durch Corona

Umfrage: Sinkende Ausschüttungen in 2020 befürchtet. Ein Drittel sieht Verzögerungen bei Transaktionen.

Die Immobilienfondsbranche spürt die Auswirkungen der Corona-Krise, geht jedoch insgesamt von einem temporären Effekt aus. Die Krisenfolgen zeigen sich am ehesten in Form von zeitweise geringeren Mittelzuflüssen und verzögerten Transaktionen. Dies sind die Kernergebnisse einer Umfrage, die die Service-KVG Intreal im April (zwischen dem 3. und 15. April) unter ihren 35 Fondspartnern durchgeführt hat. Insgesamt haben 20 Häuser geantwortet, diese stehen für rund zehn Milliarden Euro Assets under Management. Die Fondspartner arbeiten mit der Intreal als Service-KVG zusammen und übernehmen das Asset Management.

Immobilienfonds sind von der Krise in erster Linie in Form von aktuell avisierten oder tatsächlichen Mietstundungen bis hin zu Mietausfällen betroffen. Die große Mehrheit der Befragten (76 Prozent) rechnet hier mit begrenzten Auswirkungen, die allerdings Effekte auf die Ausschüttung 2020 haben könnten. Zwölf Prozent sind optimistischer und rechnen zwar mit geringeren Einnahmen, sie gehen aber nicht von Auswirkungen auf die für 2020 geplanten Ausschüttung aus. „Die Corona-Krise ist auch bei den Anbietern und Managern von Immobilienfonds angekommen. Gleichwohl ist die Stimmung unter unseren Fondspartnern vergleichsweise gut. Dies zeigen beispielsweise die Einschätzungen zu den Mittelzuflüssen und Mietausfällen. Die krisenbedingten Veränderungen werden weitgehend als temporär gesehen“, sagte Michael Schneider, Geschäftsführer der Intreal, zu den Ergebnissen der Umfrage. 

Weitgehend einig sind sich die Befragten bei der Einschätzung der Mittelzuflüsse: Die große Mehrheit der Befragten (81 Prozent) geht von nur temporär sinkenden Mittelzuflüssen aus. Trotz der gestiegenen Unsicherheit hält die Mehrheit der Fondspartner an ihren Fondsplänen fest. 56 Prozent der Befragten planen keine Verschiebungen bei Fondsemissionen. „Vor allem bei den Anbietern von Spezial-AIFs beobachten wir, dass Fonds bzw. Objektankäufe auch realisiert werden, wenn die Eigenkapitalzusagen sowie die Finanzierungszusagen vorliegen“, führt Schneider aus.

Starke Auswirkungen für Handelsimmobilien und Hotels

Ein Grund, weshalb die Umfrage-Ergebnisse relativ positiv ausfallen, könnte darin liegen, dass ein großer Teil des administrierten Portfolios in Wohn- und Logistikimmobilien (40 Prozent)  – und damit weniger betroffenen Segmenten – zu finden ist. Bei den Nutzungsarten fallen die Einschätzungen der Experten sehr unterschiedlich aus. Im Wohnsegment erwarten über 80 Prozent nur leichte oder sehr leichte Auswirkungen der Krise. Bei Büroimmobilien gehen rund 30 Prozent von leichten oder sehr leichten Effekten aus, ein weiteres Drittel erwartet mittlere Auswirkungen. Eingetrübt sieht das Bild dagegen bei Handelsobjekten mit hohen Nutzungsanteilen im Non-Food Bereich oder Hotels aus. Bei Einzelhandelsimmobilien erwarten bis zu 70 Prozent starke oder sehr starke Auswirkungen, bei Hotelimmobilien erwarten ebenfalls 70 Prozent starke Effekte.

Verlangsamter Preisanstieg

Bei den Transaktionen sieht mehr als die Hälfte der Befragten hier keine Auswirkungen oder nur leichte Verzögerungen. Aber immerhin 29 Prozent gaben an, dass Transaktionen sich erheblich verzögern. Insgesamt geht das Transaktionsgeschehen jedoch weiter. Keiner der Befragten bestätigte, dass der Transaktionsmarkt durch die Krise zum Erliegen käme. Eine Änderung der Investmentstrategie aufgrund der Krise ist für das Gros der Fondspartner keine Option. 88 Prozent der Fondspartner wollen ihre Strategie beibehalten. Geteilt sind die Meinungen bei der weiteren Entwicklung der Immobilienpreise. Rund ein Drittel der Befragten (35 Prozent) geht von einer Verlangsamung des Preisanstiegs aus. Ein weiteres Drittel (35 Prozent) erwarten sinkende Immobilienpreise.

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