Immobilien
12. Mai 2021

Immobilieninvestoren besser gestimmt

RICS-Umfrage: Industrieimmobilien und Rechenzentren stark. Büro mit sinkender Flächennachfrage.

Die Stimmung unter Immobilieninvestoren hat sich im ersten Quartal leicht aufgehellt. So verzeichnete der globale RICS Commercial Property Sentiment Index einen Anstieg von -27 auf -18. Dabei handelt es sich um das beste Ergebnis seit dem vierten Quartal 2019, das zudem einen Anstieg gegenüber dem Tiefstand von -37 im zweiten Quartal 2020 markiert.
Auch auf regionaler Ebene ist ein vergleichbar positiver Trend erkennbar. Die Region Asien-Pazifik (APAC) liegt dabei mit einem Ergebnis von -15 (Vorquartal: -25) an der Spitze. Es folgen Europa mit -19 (-26), die Region Americas mit -20 (-29) sowie Naher Osten und Afrika mit -22 (-25).

Die aktuellen Ergebnisse zeigen, dass die Investorenstimmung dem Vermietungsmarkt weiterhin voraus ist. So notierte der globale Investmentindex einen Anstieg auf -10 (Vorquartal: -19). Der Indikator für den Vermietungsmarkt verzeichnete eine ähnlich positive Entwicklung, hinkt jedoch trotz optimistischerer Konjunkturprognosen mit -26 weiterhin hinterher.

Im weltweiten Assetklassen-Vergleich ergeben sich deutliche Unterschiede auf dem Investment- und Vermietungsmarkt. Logistik- und Industrieobjekte sind das einzige Segment des Immobilienmarkts, das (weltweit) eine stabile Nachfrageentwicklung verzeichnet. So stieg die Mieternachfrage in diesem Segment erneut von +19 auf +28, während sie für Büro- und Einzelhandelsimmobilien trotz eines leichten Anstiegs gegenüber dem Vorquartal weiterhin deutlich im negativen Bereich liegt. Allerdings ist die Kennzahl für das Bürosegment auf -12 (gegenüber -26 im Vorquartal und dem Tiefststand von -58) gestiegen, was auf eine Trendwende hinsichtlich der Investorenstimmung in diesem Marktsegment hindeutet.

Deutschland: Büroflächen um 7,5 Prozent reduziert

Umfrageteilnehmer wurden zudem zur Entwicklung des Büroflächenbedarfs in den kommenden zwei Jahren befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass weltweit ein dramatischer Rückgang der Büroflächen erwartet wird. So gehen die Prognosen von einem Rückgang von 8,6 gegenüber 7,8 Prozent im zweiten Quartal 2020 aus. Dieser Trend zeichnet sich insbesondere in den Regionen Americas und Europa ab, während in den Regionen Asien-Pazifik, Naher Osten und Afrika von einem geringeren Büroflächenrückgang ausgegangen wird. Umfrageteilnehmer in den USA, Großbritannien und Frankreich rechnen mit einem Rückgang von zwölf bis 14 Prozent in den nächsten zwei Jahren.

Die Teilnehmer in Deutschland gehen davon aus, dass die Büroflächen in den nächsten zwei Jahren um 7,5 Prozent reduziert werden. In Frankreich und Großbritannien wird eine Reduzierung der Büroflächen um 14 Prozent beziehungsweise zwölf Prozent erwartet, während in Ländern wie Zypern und Spanien nur vier beziehungsweise fünf Prozent erwartet werden.

Logistik und Industrieimmobilien boomen

Die Nachfrage nach Industrieimmobilien in Deutschland stieg im ersten Quartal 2021 deutlich an, während die Bedingungen im Büro- und Einzelhandelssektor weiterhin negativ sind. Die Gesamtindikatoren für die Nachfrage von Nutzern und Investoren im aktuellen Global Commercial Property Monitor der RICS haben sich auf den niedrigsten Stand seit Beginn der Pandemie abgeschwächt – obgleich der Dynamik im Logistik- und Industriebereich. Ein Nettosaldo von +34 Prozent der Umfrageteilnehmer in Deutschland stellte hier einen Anstieg der Mieternachfrage nach Industrieflächen fest, und ein Nettosaldo von +45 Prozent der Teilnehmer berichtete von einem Anstieg der Investitionsanfragen in diesem Bereich.
Trotz der starken Performance des Industrie- und Logistiksektors führten die Bedingungen im Einzelhandels- und Bürobereich dazu, dass der Gesamtindex für Mieter im ersten Quartal mit -29 im negativen Bereich blieb, während der Gesamtindex für Investitionen bei -4 lag.

Sinkende Mieten im Einzelhandel

Unterdessen bleiben die Prognosen hinsichtlich der Wachstumsaussichten für Einzelhandelsmieten negativ. In Deutschland erwarten die Marktteilnehmer, dass die Einzelhandelsmieten im Sekundärmarkt in den nächsten zwölf Monaten um zehn Prozent sinken werden, während für Spitzenmieten im Einzelhandel ein Rückgang von vier Prozent gesehen wird.

 

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