Traditionelle Anlagen
25. Januar 2021

Immobiliensektor dominiert KMU-Bonds

In 2020 rückläufiges Platzierungsvolumen. Kupon im Schnitt bei 5,57 Prozent.

Auf dem deutschen Markt für KMU-Anleihen war auch im Jahr 2020 der Immobiliensektor mit 34 Prozent der Emissionen (13 Transaktionen) durch zwölf Anleiheemittenten aus dem Segment der kleinen und mittelgroßen Unternehmen die stärkste Branche. Es folgten der Lebensmittel & Getränke Sektor mit fünf Emittenten und Transaktionen. Rang drei teilten sich die Branchen Energie und Finanzdienstleistungen mit jeweils vier Emittenten. Die Spannbreite von insgesamt elf Branchen zeigt weiterhin eine hohe Vielfalt der Emittenten. Dies ergibt ein von der Investor Relations-Beratung IR.on AG durchgeführter Jahresrückblick zum deutschen KMU-Anleihemarkt.

Wie IR.on berichtet wurden im vergangenen Jahr mit 38 Emissionen von 34 Unternehmen fast genauso viele Transaktionen durchgeführt wie im Vorjahr (2019: 40 Emissionen von 35 Unternehmen). Das platzierte Volumen lag allerdings mit 957,1 Millionen Euro rund 30 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Verglichen mit dem angestrebten Zielvolumen der 38 Anleiheemissionen in Höhe von 1,28 Milliarden Euro Euro lag die Platzierungsquote bei durchschnittlich circa 75 Prozent (2019: 77 Prozent). Der jährliche Kupon blieb im Durchschnitt über alle Transaktionen mit 5,57 Prozent auf Vorjahresniveau.

Die Ausfälle durch Insolvenz eines Emittenten hielten sich trotz Corona-Krise in Grenzen. Mit der Joh. Friedrich Behrens AG musste lediglich ein Emittent mit zwei ausstehenden Anleihen Insolvenz anmelden. Das ausgefallene Volumen betrug 36 Millionen Euro in 2020. Allerdings werden viele Unternehmen die vollen Auswirkungen der Corona-Pandemie erst in 2021 und 2022 spüren, weshalb der echte Härtetest für den KMU-Anleihemarkt noch bevorsteht, warnt IR.on. In 2019 blieb die Golfino AG die Rückzahlung schuldig.

Optimistischer Ausblick 2021

Zum Ausblick für 2021 hat IR.on neun im KMU-Segment aktive Emissionshäuser befragt. Im Durchschnitt erwarten diese für das kommende Jahr 25 Emissionen. „Trotz der anhaltenden Coronavirus-Pandemie und mitten im zweiten Lockdown sind die Emissionshäuser mit ihrem Ausblick optimistischer als zu Beginn des Jahres 2019 (23 Emissionen) und begründen dies mit dem steigenden Finanzierungsbedarf im Mittelstand, Aufholeffekten durch Verschiebungen aus 2020 sowie einer zunehmend schwierigeren Bankenfinanzierung für viele Unternehmen“, kommentiert Frederic Hilke, Senior Berater der IR.on AG.

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