Alternative Anlagen
14. Juni 2011

Infrastruktur unter institutionellen Anlegern en vogue

Ein Drittel der Investoren strebt hierfür eine Dachfondslösung an.

MÜNCHEN – Die Asset-Klasse Infrastruktur ist en vogue unter institutionellen Investoren in den deutschsprachigen Ländern. Nach Angaben des Investmentberaters Fleischhauer, Hoyer & Partner (FHP) strebt ungefähr ein Drittel der Investoren Dachfondslösungen für Infrastruktur an.
Das Problem, dass es für Dachfonds noch gar kein ausreichendes Zielfondsuniversum gibt, könnte sich bald reduzieren. Denn im laufenden Jahr ist mit 122 sich im Fundraising befindlichen Fonds ein Rekordwert erreicht, wie eine aktuelle Studie des FHP zeigt. Allerdings fällt das Zielvolumen mit insgesamt 85,8 Milliarden US-Dollar (58,6 Milliarden Euro) geringer als in den vergangenen Jahren aus. FHP führt die Volumenentwicklung auf eine realistischere Einschätzung des Marktumfeldes zurück und darauf, dass es sich um viele "First-Timer" handelt.

Doch je mehr Anbieter, desto fraglicher ob der Dealflow ausreicht. "Der Dealflow spricht für weiter steigende Investitionen. Innerhalb von zwei Jahren sind die Projektanfragen an einen Fondsmanager von 86 auf 128 gestiegen", sagte FHP-Partner Götz Hoyer. Die aktuell größte Nachfrage kommt aus dem Energiesektor und regional betrachtet aus Europa. Eingeschränkt wird das positive Umfeld durch schwierigere Einstiegskonditionen hinsichtlich Asset-Bewertung und Fremdkapital. Zudem führten unerwartete regulatorische Änderungen zu mehr Risikobewusstsein. "Investoren sollten vor diesem Hintergrund den Aufbau eines breit diversifizierten und somit risikominimierenden Portfolios anstreben, welches die Investitionsstrategie nicht auf einzelne Länder oder einzelne Wertschöpfungsstrategien beschränkt", meint Hoyer.
_Infrastruktur-Gebühren orientieren sich an die für Private Equity
Bei den Gebühren etabliert sich immer mehr das Private-Equity-Modell. Die "Hurdle Rate" ist im Schnitt bei acht Prozent aufgelegt. Die Hurdle Rate bezeichnet eine bestimmte Mindestverzinsung, die ein Fonds erzielen muss, damit das Fondsmanagement am Gewinn des Fonds beteiligt wird. Für die Studienmacher ist dies im Hinblick auf das Renditepotenzial "gewagt". Zudem könnten sich Manager dazu verleiten lassen, stärker als für Infrastruktur eigentlich typisch ins Risiko zu gehen.
Eine wesentliche Motivation für deutschsprachige Institutionelle für Infrastrukturanlagen ist die Möglichkeit, von Beginn an laufende Ausschüttungen zu beziehen. "Die Studie zeigt, dass 18 von den 38 befragten Fonds eine Dividende von rund sieben Prozent ausschütten. Im Schnitt setzen erste Dividendenzahlungen im dritten Jahr nach Schließung des Fonds ein", so Hoyer. Im Schnitt streben die Manager eine Ziel-IRR (Internal Rate of Return) von 12,4 Prozent an, inklusive laufender Ausschüttungen.
portfolio institutionell newsflash 15.06.2011/pe/jan

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