Pension Management
29. September 2021

Institutionelle Investoren spezifizieren ESG

Mercer-Studie: Klimabezogene Indexierung der Portfolios steigt auf 26 Prozent. Künftiger Fokus auf Biodiversität und soziales.

Europäische institutionelle Investoren differenzieren ihre Nachhaltigkeitsziele zunehmend aus. So ist die Zahl der Anleger, die eine kohlenstoffarme oder klimabezogene Indexierung in ihrer Kapitalanlage verwenden, im Vergleich zum vergangenen Jahr deutlich gestiegen (26 Prozent gegenüber sechs Prozent in 2020). Neben Umweltthemen konzentrieren sich institutionelle Investoren aber auch verstärkt auf soziale Aspekte, das ergab die aktuelle Studie „European Asset Allocation Insights 2021“ des Beratungsunternehmens Mercer. Für die Studie wurden rund 850 institutionelle Anleger in elf Ländern befragt, die ein Gesamtvermögen von rund einer Billion Euro repräsentieren. Demnach planen die Anleger im nächsten Jahr, den Schwerpunkt auf soziale Faktoren (27 Prozent) wie Humankapital und Arbeitsrechte auszuweiten. Ein beträchtlicher Anteil (24 Prozent) der Investoren plant zudem, sich noch stärker auf Umweltaspekte zu konzentrieren und beispielsweise den Einfluss auf die biologische Vielfalt im Investmentprozess zu berücksichtigen.

Die Studie zeigt zudem, dass eine große Mehrheit der europäischen institutionellen Investoren ESG-Kriterien in alle Aspekte ihrer Aktivitäten integriert hat, einschließlich der Auswahl von Investmentmanagern (83 Prozent), der Überwachung von Investmentmanagern (88 Prozent), der Berichterstattung (79 Prozent) und der Asset Allocation (64 Prozent). Die Mercer-Umfrage zeigt auch, dass die Anleger von einer eher reaktiven zu einer proaktiven Haltung übergehen, denn regulatorische Faktoren als Motivation für die Berücksichtigung von ESG-Risiken hätten an Bedeutung verloren und Faktoren wie Risikomanagement und Reputationsrisiken würden wichtiger, so Mercer.

Weniger Aktien, mehr Real Assets

Zudem zeigt die Studie, dass die Allokation in alternative Anlageformen inzwischen fast genauso hoch ist wie die in Aktien, bei regulierten deutschen Investoren wie Versorgungswerken und Pensionskassen ist sie sogar höher. So liegt die durchschnittliche Aktien-Allokation bei diesen im Schnitt bei 15 Prozent, während die Allokation allein in Immobilien schon bei durchschnittlich 22 Prozent liegt. Die Abkehr von Aktien sei auch bei anderen europäischen Anlegern zu beobachten, da sie versuchten, ihre Renditetreiber zu diversifizieren, so Mercer. Innerhalb der alternativen Anlageklassen wurden vor allem die Allokationen zu renditestarken, festverzinslichen Sub-Assetklassen wie Emerging Market Debt, High Yield und Private Debt weiter ausgebaut. Aber auch die Allokation zu Private Equity, Real Assets und Multi-Asset-Strategien habe sich weiter erhöht, so Mercer.

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