Traditionelle Anlagen
18. August 2020

Invesco: ESG per ETF oft die erste Wahl

Im ersten Halbjahr starke Zuflüsse in ESG-Aktien-ETFs. Pandemie beschleunigt Verbreitung.

Laut einer zwischen Mai und Juli 2020 durchgeführten Befragung von Invesco unter 101 europäischen institutionellen Investoren wollen mit 55 Prozent mehr als die Hälfte der Investoren bei der Umsetzung von ESG-Investments in den kommenden fünf Jahren primär auf passive Produkte setzen. Bereits aktuell werden von diesen Investoren knapp 21 Prozent der nach ESG-Kriterien gemanagten Anlagen über passive Produkte gehalten. 45 Prozent wollen mehr Geld in ESG-ETFs investieren, nur fünf Prozent wollen eine Reduktion vornehmen. Dies zeigt sich bereits in den aktuellen Zu- und Abflüssen: ESG-Aktienprodukte konnten in der ersten Jahreshälfte 2020 Nettozuflüsse von 11,5 Milliarden US-Dollar verzeichnen, während aus den restlichen Aktien-ETFs insgesamt Gelder abgezogen wurden. Anders sieht es (noch) bei Anleihen aus: Hier flossen im ersten Halbjahr nur rund sieben Prozent der 19 Milliarden US-Dollar an Nettozuflüssen in ESG-gemanagte Anleihen-ETFs. Seit Juni 2015 konnten in der EMEA-Region ESG-ETFs deutliche Volumensteigerungen von vier auf 48 Milliarden US-Dollar verzeichnen – was gleichwohl immer noch nur fünf Prozent des gesamten in der Region verwalteten Vermögens entspricht.

Gary Buxton, Head of EMEA ETFs and Indexed Strategies bei Invesco, kommentierte die Studie: „Für die wachsende Zahl der Investoren, die in Fonds mit ESG-Ansatz anlegen möchten, ist klar, dass ETFs hierfür zunehmend wichtig werden. Investoren schätzen ETFs häufig vor allem als kostengünstiges und einfaches Anlageprodukt. Wie wir aber in diesem Jahr bislang gesehen haben, lassen sich mit ESG-ETFs auch Performanceziele erreichen.“ Auch bei der Mehrheit der institutionellen Investoren bildet sich mittlerweile die Erwartung aus, dass auch in einem normalen Marktumfeld ETFs mit ESG-Fokus Potenzial für eine bessere Performance im Vergleich zu anderen ETFs ohne ESG-Schwerpunkt bieten. Gerade durch die Covid-19-Pandemie dürften laut 68 Prozent der Befragten ESG-Anlagen stärkere Verbreitung finden.

Damit nicht nur ESG auf den Produkten steht, sondern auch Nachhaltigkeit drin steckt, dürfte anbieterseitig jedoch noch einiges an Nachjustierung vonnöten sein, wie Patrick Eisele von portfolio institutionell in einer Analyse festgestellt hat.

Autoren:

Schlagworte: | |

In Verbindung stehende Artikel:

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.