Alternative Anlagen
2. Oktober 2023

Investoren bleiben Alternatives treu

Wealthcap: Private-Equity-Investoren optimistisch, Immobilienanleger eher pessimistisch. Zahl der Fonds im Rückwärtsgang.

Die Anbieter von institutionellen Private-Capital-Zielfonds sollten mit Blick auf das weiter stetige Volumenwachstum wenig Grund zum Klagen haben. Wie Wealthcap berichtet, betrug das global verwaltete Vermögen rund 12,2 Billionen Dollar, wovon etwa 7,8 Billionen auf Private Equity und etwa 1,6 Billionen auf Immobilien entfielen. Allerdings schütteten die Anleger nicht über alle Fonds ihr Füllhorn gleichmäßig aus: Die Zahl der angebotenen Zielfonds verringerte sich 2022 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 32 Prozent auf 1.174. Das Platzierungsvolumen sank um 13 Prozent auf 627,2 Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr 2023 registrierte das Analysehaus Preqin ein Platzierungsvolumen von knapp 271 Milliarden Dollar. Es ist zu erwarten, dass sich das geringere Ausschüttungsvolumen von 2022 auf die Platzierungszahlen des laufenden Jahres auswirkt. Infolge des verstärkten Wettbewerbs nehmen die Bedeutung und der Marktanteil von großen und etablierten Anbietern zu.

Laut dem Marktüberblick des Real-Asset- und Investmentmanagers sollten aber auch die Kunden von institutionellen Private-Capital-Zielfonds wenig Grund zum Klagen haben. Eine Preqin-Befragung von weltweit 178 institutionellen Investoren ergab überwiegend eine Zufriedenheit mit der Renditeentwicklung. Rückblickend lag der Anteil der zufriedenen Anlegenden im Immobiliensegment bei 79 und bei Private Equity bei 86 Prozent. Dementsprechend strebt eine Mehrheit der Anleger an, auch künftig gleichbleibende Summen zu investieren oder die Kapitalzuflüsse weiter zu erhöhen.

„Trotz anhaltender Herausforderungen im aktuellen Marktumfeld ist die Nachfrage nach institutionellen Zielfondsinvestments weitergewachsen, was nicht zuletzt auf das attraktive Risiko-Rendite-Profil zurückgeführt werden kann. Obwohl die Erwartungshaltung von Anlegenden hinsichtlich der künftigen Renditeerwartung bei Immobilienfonds gedämpft ist, schätzen sie grundlegend Sachwerte als stabilisierenden Anker in ihrem Portfolio“, sagt Florian Wiß, Leiter Research bei Wealthcap.

Für das laufende Geschäftsjahr prognostizieren die Befragten trotz grundlegender Zufriedenheit ein differenziertes Bild. Im Bereich der Private-Equity-Zielfonds erwarten etwa drei Viertel der Anlegenden gleichbleibende oder steigende Renditen. Rund ein Viertel stellt sich dagegen auf niedrigere Erträge ein. Insgesamt planen 84 Prozent, ihre Private-Equity-Allokationen auszubauen oder gleichbleibend viel Kapital zu investieren. Bei Immobilien sind die Erwartungen etwas zurückhaltender: 53 Prozent erwarten eine stärkere oder gleichbleibende Renditeentwicklung. Knapp 47 Prozent rechnen hingegen mit niedrigeren Renditen. Dennoch streben sieben von zehn Befragten an, ihre Allokation in dieser Asset-Klasse auszubauen oder wenigstens beizubehalten.

Die bevorzugte Private-Equity-Investitionsstrategie ist nach wie vor Buyout. Jedoch ist der Buyout-Transaktionsmarkt ist nach wie vor von Zurückhaltung geprägt. Im zweiten Quartal 2023 kündigte sich im Vergleich zum Jahresbeginn jedoch wieder ein leichter Anstieg der Verkaufsaktivitäten an. Interessanterweise ist ein verstärkter Einsatz von Fremdkapital zu beobachten. Lag die Eigenkapitalquote 2020 noch bei rund 52 Prozent, sank sie auf 41 Prozent im ersten Halbjahr 2023.

Immobilien: weniger Fonds, weniger Volumen

Die gestiegenen Zinsen und die anhaltende Inflation zeigen sich auch in den Entwicklungen am Immobilienmarkt. Die Zahl der angebotenen Fonds sank 2022 im Vergleich zum Vorjahr um 11 Prozent auf 623. Damit befanden sich jedoch weiterhin mehr Immobilienfonds im Vertrieb als 2020 (589). Auch das Platzierungsvolumen fiel 2022 mit 188,3 Milliarden Dollar niedriger aus als im Vorjahr, aber höher als 2020 (160,5). Das erste Halbjahr 2023 deutet nach aktuellen Erkenntnissen auf einen Rückgang der Volumina und der Zahl der angebotenen Fondsprodukte auch im Gesamtjahr 2023 hin. Als bevorzugte Investmentstrategie erweist sich deutlich ein opportunistischer Ansatz. 62 Prozent des gesamten Platzierungsvolumens wurden im zweiten Quartal 2023 in dieser Risikoklasse angelegt. Auch Value-Add konnte seinen Anteil im Vergleich zum Vorjahr leicht von 27 Prozent auf 31 Prozent steigern. Core-, Core-Plus- und Debt-Strategien büßten dagegen klar an Popularität ein.

ANGEPASSTE VERSION VOM 4. OKTOBER

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